22. April 2012

Kampf um Le-Pen-Wähler in Frankreich

Paris (dpa) - Vor der entscheidenden Runde der französischen Präsidentenwahl zeichnet sich ein erbitterter Kampf um die Anhänger der ausgeschiedenen Rechtskandidatin Marine Le Pen ab.

Nicolas Sarkozy
Nicolas Sarkozy muss im Rennen um eine zweite Amtszeit im Élysée Stimmen aus dem rechten Lager gewinnen. Foto: Christophe Karaba
dpa

Der neben Amtsinhaber Nicolas Sarkozy für die Stichwahl am 6. Mai qualifizierte Sozialist François Hollande kündigte an, die unzufriedenen und wütenden Bürger nicht seinem Konkurrenten zu überlassen. «Es ist meine Pflicht, sich sofort diesen Wählern zuzuwenden», sagte der 57-Jährige der Tageszeitung «Libération». Dies gelte allerdings nicht für diejenigen, die das radikale Gedankengut von Le Pens rechtsextremer Partei Front National teilten.

Sarkozy hatte bereits gestern begonnen, um die Wähler der extremen Parteien zu werben. «Das ist ein Votum des Leides, ein Votum der Krise - warum sollte man diese Wähler beleidigen?», sagte der Konservative. «Ich sage ihnen jedenfalls: Ich habe Euch verstanden.»

Sarkozy ist noch mehr als Hollande auf die Stimmen der am Sonntag ausgeschiedenen Kandidaten angewiesen. Im ersten Wahlgang war er nur auf rund 27,2 Prozent gekommen und lag damit hinter Hollande mit 28,6 Prozent. Marine Le Pen holte fast 18 Prozent und landete damit auf Platz drei vor dem Chef der kommunistisch orientierten Linksfront, Jean-Luc Mélenchon (11,1 Prozent).

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