02. Mai 2012

Krawalle am 1. Mai in Berlin und Hamburg

Eine friedliche Walpurgisnacht hatte die Hoffnung auf einen ruhigen 1. Mai geweckt. In Berlin und Hamburg gab es aber wieder Randale und Gewalt. Steine und Flaschen flogen, Polizisten wurden verletzt.

Zerstörtes Wachhäuschen
Brennpunkt der Auseinandersetzungen: Das jüdische Museum in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini
dpa
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1. Mai in Berlin
Ein Demonstrant beschimpft in Berlin die Polizeikräfte. Foto: Florian Schuh
dpa
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1. Mai in Berlin
Demonstranten werfen im Berliner Stadtteil Kreuzberg bei der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" mit Steinen. Foto: Kay Nietfeld
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1. Mai in Berlin
Demonstranten haben während der «Revolutionären 1. Mai-Demonstration» in Berlin-Kreuzberg Mülltonnen angezündet. Foto: Hannibal
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Feuerlöscher
Ein Polizeibeamter löscht vor dem jüdischen Museum in Berlin ein Feuer. Foto: Maurizio Gambarini
dpa
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Berlin/Hamburg (dpa) - Der 1. Mai ist in Berlin und Hamburg auch in diesem Jahr mit Krawallen und Gewalt geendet. In beiden Städten bewarfen Demonstranten die Polizei am Dienstagabend mit Steinen, Flaschen und Böllern. Mehrere Beamte wurden verletzt. Die sogenannte Revolutionäre 1. Mai-Demonstration in der Hauptstadt mit mehr als 10 000 Teilnehmern wurde nach knapp zwei Stunden vorzeitig aufgelöst, nachdem es vor dem Jüdischen Museum in Kreuzberg zu Ausschreitungen gekommen war. In Hamburg ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Randalierer im Schanzenviertel vor.

In Berlin lieferten sich nach der aufgelösten Demo vor allem schwarz gekleidete Demonstranten am Kottbusser Tor über Stunden ein Katz- und Maus-Spiel mit den Einsatzkräften. Flaschen und Steine flogen auf Polizisten. Etliche Störer wurden festgenommen. Wie viele Beamte verletzt wurden, war zunächst unklar.

Innensenator Frank Henkel (CDU) und Polizeipräsidentin Margarete Koppers wollten am Mittwoch auf einer Pressekonferenz um 14.00 Uhr eine Bilanz vorlegen. Beide trugen das erste Mal politische Verantwortung für den Polizeieinsatz. Henkel zeigte sich bereits «überwiegend zufrieden» und verurteilte die Ausschreitungen. Einige Demonstranten hätten von Beginn an eine aggressive Stimmung aufgebaut. Die Polizei habe «sehr, sehr professionell gearbeitet», zitierte der «Tagesspiegel» den Senator.

Die Polizei in Berlin war mit einem Großaufgebot von rund 7000 Beamten im Einsatz, darunter waren viele Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern sowie Bundespolizisten. Bis zum Abend hatten die Menschen in Berlin weitgehend friedlich demonstriert und gefeiert.

In Hamburg zogen am Abend unter dem Motto «Keine Alternative zur Revolution!» gut 1400 Menschen von den Landungsbrücken in St. Pauli über die Reeperbahn in den Stadtteil Ottensen. Dort warfen teils vermummte Demonstranten Böller, Flaschen und Steine auf die Beamten. Die Ausschreitungen verlagerten sich in das Schanzenviertel, dort setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Randalierer beschädigten eine Sparkasse und einen Streifenwagen. Insgesamt 23 Personen wurden vorläufig festgenommen, 12 kamen in Gewahrsam. Fünf Polizisten wurden verletzt. Mehr als 1000 Beamte waren im Einsatz.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Hamburg, Gerhard Kirsch, erklärte: «Es waren wieder Gewalttäter am Werk, die mit unserer Demokratie, dem freiheitlichen Staatsgedanken und dem Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit anderer nichts im Sinn haben.»

Der Vorabend des 1. Mai, die Walpurgisnacht, war in den beiden größten deutschen Städten weitgehend friedlich verlaufen.

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