17. Januar 2013

Künast: Artgerechte Tierhaltung muss Standard werden

Berlin (dpa) - Artgerechte Tierhaltung muss nach Worten von Grünen-Fraktionschefin Renate Künast zum Standard der Landwirtschaft werden: «Die Devise lautet: Nicht die Tiere den Ställen, sondern umgekehrt, die Ställe den Tieren anpassen.»

Putenstall
Ohne Medikamente können konventionell gehaltene Puten Enge, Turbowachstum und miserable hygienische Zustände nicht bis zum Schlachttag überleben, meint Renate Künast. Foto: Carmen Jaspersen/Archiv
dpa

Mit Blick auf die Wahlen im Bund und den Agrarländern Niedersachsen und Bayern in diesem Jahr stehe auch die Landwirtschaft vor einer Richtungsentscheidung, sagte Künast der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der weltgrößten Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. «Die Union hat sich festgelegt und leistet Frondienste für Großmastanlagen und Megaschlachthöfe», sagte die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin.

Künast warf Ressortchefin Ilse Aigner (CSU) vor, Probleme schönzureden. «Ministerin Aigner geriert sich als Schutzheilige einer Fleischindustrie, die nur mit massivem Antibiotika-Missbrauch funktioniert.» Ohne Medikamente könnten konventionell gehaltene Puten Enge, Turbowachstum und miserable hygienische Zustände nicht bis zum Schlachttag überleben.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende betonte, dass viele Verbraucher Wert auf hochwertige Produkte, artgerechte Tierhaltung, Umwelt- und Klimaschutz legten. «Bio wird günstiger, wenn das Angebot zunimmt.» Durch eine verfehlte Agrarpolitik von Union und FDP hätten aber viel zu wenige heimische Bauern vom boomenden Biomarkt profitieren können. Dass nur Importe die steigende Nachfrage deckten, sei ein Offenbarungseid für die Amtszeit Aigners.

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige