07. Juni 2012

Lauterbach warnt vor überteuerten Pflege-Policen

Essen (dpa) - SPD-Gesundheitsökonom Karl Lauterbach rechnet bei den staatlich geförderten privaten Pflegetagesgeld-Policen erst mit Billigofferten und dann mit saftigen Preisanstiegen.

Lauterbach
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht Risiken bei der privaten Pflege-Zusatzversicherung. Foto: Steffen Kugler
dpa

«Die Versicherer werden sich zunächst mit Lockangeboten überbieten», prognostiziert Lauterbach der «Westfälischen Rundschau». Das dicke Ende komme erst mit der Zeit: «Ich gehe davon aus, dass die Policen später pro Jahr um zehn Prozent teurer werden», sagte Lauterbach. Dies würden die Versicherer dann mit den gestiegenen Risiken begründen.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch auf den Weg gebracht, dass private Pflege-Zusatzversicherung künftig mit 5 Euro pro Monat vom Staat gefördert werden. Mit dem staatlichen Zuschuss zur privaten Pflegeversicherung können sich nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auch Geringverdiener künftig mit kleinen Beiträgen eine Altersvorsorge aufbauen.

Opposition, Gewerkschaften und Sozialverbände werfen Schwarz-Gelb Steuerverschwendung und Klientelpolitik vor. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) äußerte Kritik. Die geplante Pflicht, jeden Antragsteller ohne Risikoprüfung in die private Pflege-Zusatzversicherung aufzunehmen, habe «extrem negative Auswirkungen auf die Preisgestaltung».

Pflegeversicherung

Pflegebericht des Gesundheitsministeriums

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