16. April 2012

Lebenslange Haft für Onkel wegen Doppelmordes von Krailling

München (dpa) - Wegen Mordes an den Schwestern Chiara und Sharon aus Krailling bei München ist ihr Onkel zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Außerdem stellte das Münchner Landgericht am Montag eine besondere Schwere der Schuld fest.

Prozess um Kraillinger Doppelmord
Der 51-jährige Angeklagte steht im Landgericht München mit seinem Verteidiger Adam Ahmed im Gerichtssaal. Foto: Frank Leonhardt
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Trauer
Die Särge von Chiara und Sharon. Foto: Peter Kneffel / Archiv
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Blumen und Kerzen
Der verschuldete Familienvater hatte dem Urteil zufolge die Kinder in der Nacht zum 24. März 2011 in deren Wohnung heimtückisch aus Habgier ermordet. Foto: Andreas Gebert / Archiv
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Ermittler
Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
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Tatort
Polizisten stehen in Krailling vor dem Haus, in dem zwei tote Kinder gefunden wurden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand / Archiv
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Damit kann der Mann nicht bereits nach 15 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen werden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 51-Jährige seine Nichten in der Nacht zum 24. März 2011 in deren Wohnung ermordet hat. Der verschuldete Familienvater soll auch den Tod der Mutter geplant haben, um so seiner Ehefrau ein Erbe zu verschaffen - als Mordmotiv stellte das Gericht daher Habgier fest.

Das Gericht folgte mit dem Urteil den Forderungen von Anklage und Nebenklage. Staatsanwalt Florian Gliwitzky hatte in seinem Plädoyer von einer «erdrückenden Beweislast» gesprochen. «Wir haben überhaupt keinen Punkt gefunden, wo wir gesagt hätten: Der ist mit der Beweisaufnahme nicht in Einklang zu bringen.»

Die Anwälte der Eltern von Chiara (8) und Sharon (11) schlossen sich der Forderung der Anklage an. Nebenklagevertreter Andreas von Máriássy forderte den Angeklagten erneut auf, Verantwortung zu übernehmen: «Heute ist für Sie nicht Schluss, genauso wenig wie für unseren Mandanten.»

Die Verteidiger des Angeklagten verzichteten in ihrem Plädoyer auf eine konkrete Forderung. Es stelle sich die Frage, ob jemand wirklich aus einer finanziellen Notlage heraus eine solch schreckliche Tat begehen könne, sagte Anwalt Adam Ahmed. Die Indizien stünden der Aussage seines Mandanten gegenüber, der die Tat stets bestritten hatte.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wollte der Angeklagte nach der Ermordung der Kinder auch deren Mutter töten, um einen Erbstreit zugunsten seiner Ehefrau zu entscheiden. Seine Familie hatte sich durch einen Hausbau verschuldet.

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