12. Mai 2013

Mehr als 1100 Tote in Bangladesch - Überlebende erholt sich

Dhaka (dpa) – Zweieinhalb Wochen nach dem Fabrikeinsturz in Bangladesch haben die Rettungskräfte den Einsatz fast beendet. Sie bargen bislang 1120 Leichen. Armee, Feuerwehr und Rotes Kreuz hätten nun das Erdgeschoss erreicht, sagte Brigadegeneral Azmal Karim am Sonntag.

Reshma Begum hat überlebt
Reshma Begum, die lebend aus den Trümmern gerettet wurde, ist auf dem Weg der Besserung. Foto: Stringer
dpa

Die Textilarbeiterin, die am Freitag lebend aus der Ruine des achtstöckigen Gebäudes in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka gerettet wurde, befindet sich dem Weg der Besserung. «Reshma Begum geht es nun besser und sie erholt sich schnell», sagte der Arzt Sharif Ahmed im Savar Combined Military Hospital.

Die 19-Jährige hatte als Näherin im zweiten Stock gearbeitet, als das Gebäude vor zweieinhalb Wochen in sich zusammenstürzte. Dabei erlitten mehr als 2400 Menschen Verletzungen. Die meisten der Toten und Verletzten sind Textilarbeiterinnen, die in Fabriken in den oberen Stockwerken beschäftigt waren.

Reshma Begum hatte unter den Trümmern ein wenig Essen und Wasser gefunden und so überlebt. Nach ihrer Rettung war sie nach Behördenangaben allerdings stark dehydriert und hatte Probleme einzuschlafen. Nun habe sich ihr Zustand so weit verbessert, dass sie bereits wieder normales Essen zu sich nehmen könne, sagte Ahmed.

«Reshma lebend zu finden war ein Wunder» und ein Zeichen der unermüdlichen Hilfe, die Menschen leisten können, sagte Generalmajor Hasan Surhawady. Die Rettungsarbeiten würden fortgesetzt bis die letzten Vermissten gefunden seien, fügte er hinzu.

Das Unglück hat den Druck auf die Textilindustrie in dem südasiatischen Land verstärkt, internationale Arbeits- und Sicherheitsnormen besser einzuhalten. Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Bangladesch. In dem Niedriglohnland kommt es wegen Mangel an Kontrollen immer wieder zu schweren Unfällen. Die lokalen Produzenten fürchten, dass die Auftraggeber dem Land den Rücken kehren könnten. Vor allem Bekleidungsfirmen aus Europa und den USA lassen dort ihre Ware schneidern.

Die Behörden ließen bereits 18 gefährdete Fabriken schließen. Die Regierung arbeitet an einem Sicherheitspaket und will 200 Fabrikinspektoren einstellen, die die Sicherheit von Gebäuden überprüfen und gefährdete Fabriken umsiedeln sollen.

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