23. Juli 2013

Nervosität am Zuckerhut: Chaos bei Ankunft des Papstes

Rio de Janeiro (dpa) - Begleitet von Chaos und einigen Sicherheitsbedenken ist Papst Franziskus bei seiner Ankunft am Zuckerhut gefeiert worden. Vier Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Weltkirche wurde er in Brasilien von einer begeisterten Menge begrüßt und geradezu bedrängt.

Ankunft des Papstes
Bei seiner Ankunft in Brasilien blieb das Auto des Papstes im Verkehr stecken - es wurde mehrfach von Hunderten Menschen umringt und blockiert. Foto: Luca Zennaro
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Papst Franziskus und Rousseff
Nach der Fahrt durchs Zentrum flog Franziskus per Hubschrauber zum Sitz des Gouverneurs von Rio de Janeiro, wo er mit Staatschefin Rousseff zusammentraf. Foto: Luca Zennaro
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Der Papst lacht
Der Pontifex lacht: Ein zutiefst entspannter Papst Franziskus begrüßt die Presse an Bord des Flugzeugs, das ihn nach Rio de Janeiro brachte. Foto: Luca Zennaro
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Randalierer
Am Rande des Besuches von Papst Franziskus gab es in Rio kurzzeitig Konfrontationen zwischen Randalierern und Polizei. Foto: Fernando Maia
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Polizei in Rio
Zahlreiche Polizeikräfte standen während der Ankunft von Papst Franziskus in Rio de Janeiro bereit. Foto: Luca Zennaro
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Den Sicherheitskräften gelang es zeitweise nicht, die Papst-Fans auf Distanz zu halten, was Franziskus zu gefallen schien.

Zum Auftakt seines einwöchigen Besuches zum Weltjugendtag in Rio fuhr der 76-Jährige nach der Landung am Flughafen demonstrativ in einem Kleinwagen ins Zentrum. Doch das Auto blieb im Verkehr stecken. Mehrfach wurde es von Hunderten Menschen umringt und blockiert. Schuld am ungeplanten Bad in der Menge war wohl ein Fehler des Fahrers.

«Es gab einen Moment, in dem das Auto eine falsche Route genommen hat und steckenblieb», sagte Papst-Sprecher Federico Lombardi. «Das war ein etwas schwieriger Augenblick. Aber es war der Moment, in dem der Papst den Enthusiasmus der Leute sehen konnte», fügte Lombardi hinzu. Durch das heruntergekurbelte Autofenster warfen Gläubige Briefe und Geschenke auf die Rückbank. Der Papst habe die Begeisterung genossen, gelächelt und keine Angst gehabt, so Lombardi.

Wenige Stunden vor der Ankunft des Papstes hatte die Polizei einen selbst gebauten Sprengsatz im Wallfahrtsort Aparecida (Bundesstaat São Paulo) entdeckt. Die Bombe war bei einer Sicherheitsübung nahe der Kirche ausfindig gemacht worden, in der Franziskus am Mittwoch zu einer Messe erwartet wird. Der Sprengsatz befand sich in einer Toilette auf einem nahen Parkplatz, Experten machten ihn unschädlich. Zu keiner Zeit habe Gefahr für die erwarteten Pilger bestanden, teilte die Polizei mit.

In Rio ist ein massives Polizei- und Militäraufgebot im Einsatz. Am Montagabend gerieten am Rande des Besuches kurzzeitig Randalierer und Sicherheitskräfte aneinander. Dabei wurde ein Polizist nach offiziellen Angaben durch einen Molotow-Cocktail verletzt. Auch ein Journalist habe Verletzungen durch einem Brandsatz erlitten, berichtete der Fernsehsender Globo.

Die Polizei setzte den Angaben zufolge Gummigeschosse ein. Fünf Festnahmen wurden gemeldet. Zuvor hatten einige hundert Menschen von verschiedenen Gruppen gegen den Papst-Besuch und den Einfluss der Kirche protestiert.

Zu dem katholischen Jugendtreffen werden eineinhalb Millionen Pilger erwartet. Es endet am Sonntag mit einer Messe weit vor den Toren Rios. Für den Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist es die erste Auslandsreise im neuen Amt.

Franziskus hatte sein Programm anders als zunächst geplant um die Fahrt durchs Zentrum der Sechs-Millionen-Stadt ergänzt. Nach chaotischen Minuten stieg Franziskus an der Kathedrale in einen offenen Geländewagen um. Dabei wurde er von Zehntausenden Menschen umjubelt. Mehrere reichten dem Pontifex ihre Kinder, damit er diese segnet. Der Papst lächelte, küsste Kinder und winkte den Menschen zu.

Nach der Fahrt durchs Zentrum flog Franziskus per Hubschrauber zum Palácio Guanabara, dem Sitz des Gouverneurs von Rio de Janeiro, wo er auch mit Staatschefin Dilma Rousseff zusammentraf. «Ich habe weder Gold noch Silber, aber ich bringe das Wertvollste, das mir gegeben wurde: Jesus Christus!», sagte der Papst auf Portugiesisch.

Die Weltjugendtagbesucher wird er erstmals am Donnerstag zum «Papst-Willkommen» an der Copacabana treffen. «Ich bin gekommen, um junge Menschen aus allen Teilen der Welt zu treffen, die von den offenen Armen Christi des Erlösers angezogen werden», sagte der Papst mit Blick auf Rios Wahrzeichen, die Christus-Erlöser-Statue, die auch das Logo des 28. Weltjugendtages ist.

Der Weltjugendtag wird am Dienstag offiziell eröffnet. Für Papst Franziskus gibt es einen Ruhetag. Von Donnerstag an ist sein Programm dann wesentlich vom Weltjugendtag in Rio geprägt.

Besuchs-Programm

WJT-Seite

Live-Stream der Hauptveranstaltungen

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