13. Dezember 2012

Rekord bei Deutschkursen des Goethe-Instituts

Berlin (dpa) - Beim Goethe-Institut haben dieses Jahr weltweit so viele Menschen Deutsch gelernt wie nie zuvor. Die Deutschkurse im Ausland verzeichneten mit fast 200 000 Teilnehmern ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Inland stieg die Zahl der Sprachschüler sogar um 17 Prozent auf fast 38 000.

Goethe-Institut
Das Goethe-Institut in München. Immer mehr Menschen auf der Welt lernen Deutsch. Foto: dpa
dpa

«Die Neugier auf Deutschland, aber auch die Erwartung an Deutschland ist in der Welt sehr, sehr gewachsen», sagte Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann am Donnerstag in Berlin.

Den größten Zuwachs gibt es wegen der Eurokrise in Südeuropa. Spitzenreiter war Spanien mit einem Plus von 37 Prozent, gefolgt von Portugal (22 Prozent) und Griechenland (16 Prozent). In diesen Ländern sind bis zur Hälfte der jungen Leute arbeitslos. Über die Initiative «Mit Deutsch in den Beruf» bietet das Goethe-Institut hier auch berufsbezogene Sprachkurse und Kontaktmöglichkeiten an, um den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern.

In Russland lernen inzwischen 2,3 Millionen Menschen Deutsch. Hier hatte es vorübergehend einen leichten Rückgang gegeben, nachdem wie in den meisten Ländern auch dort Englisch als erste Fremdsprache eingeführt wurde. Inzwischen zeitige die landesweite Werbekampagne «Lern' Deutsch» mit rappenden Schülern und mobilen Sprachbussen aber deutliche Erfolge, so Lehmann. Russland steht jetzt zusammen mit Polen an der Spitze der Deutschlernerzahlen.

Neben den Sprachkursen blieb die Kulturarbeit im Ausland die zentrale Aufgabe. In Nordafrika unterstützt das Goethe-Institut seit dem arabischen Frühling mit Aus- und Fortbildungsangeboten für Kulturschaffende die Demokratiebewegung. Im Sudan sind an einer Film Factory innerhalb von drei Jahren 70 junge Nachwuchskünstler aus dem Land professionell im Filmemachen geschult worden. «Dieses Projekt ist eine Heimat für das unabhängige Kino im Sudan geworden», sagte Lilly Kobler, Institutsleiterin in Khartum.

Im kommenden Jahr soll wie angekündigt ein neues Institut im lange abgeschotteten Birma öffnen. Die Entsendung des Institutsleiters sei für den Sommer geplant, sagte Generalsekretär Johannes Ebert. «Nach der jahrzehntelangen Isolation gibt es einen hohen Nachholbedarf.» Neben Sprachkursen soll auch dort die Ausbildung in Kulturberufen ein Schwerpunkt sein.

Bisher ist das «Goethe» in 93 Ländern mit 149 Instituten vertreten, davon 13 in Deutschland. Der Löwenanteil des Gesamtetats von rund 365 Millionen Euro kam erneut vom Auswärtigen Amt. Nach einer drastischen Strukturreform erzielt das Institut aber inzwischen rund ein Drittel seiner Einnahmen (122 Millionen Euro) selbst. Für das kommende Jahr sei mit einer Kürzung von 3,7 Millionen Euro aus der Bundeskasse zu rechnen, sagte der Kaufmännische Direktor Bruno Gross. Einschnitte ins Programm soll es deshalb allerdings nicht geben.

Für die im Sommer nach langen Geburtswehen eröffnete Künstlerakademie Tarabya in Istanbul gab Lehmann neue Stipendiaten bekannt. Danach werden 2013 etwa der Promi-Fotograf Jim Rakete, Theaterregisseur Nurkan Erpulat und Autor Moritz Rinke in die Türkei gehen. Insgesamt wurden 13 Künstler neu für das Projekt ausgewählt. Es soll den Dialog zwischen Deutschland und der Türkei stärken.

Pressemitteilung zur Pk

Infos zu Tarabya

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