07. Dezember 2012

Starkes Erdbeben und kleiner Tsunami in Japan

Tokio (dpa) - Ein Erdbeben der Stärke 7,3 hat die Katastrophenregion im Nordosten Japans erschüttert und einen kleinen Tsunami ausgelöst. Anders als bei der Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011 verlief es diesmal aber offenbar glimpflich.

Seismograph
Der Nordosten Japans ist von einem Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert worden. Foto: Oliver Berg/Archiv
dpa

Eine bis zu einen Meter hohe Welle traf am Freitag Orte an der Küste in der Provinz Miyagi, die im vergangenen Jahr verwüstet wurde. Am Abend wurde die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben. Mindestens zehn Menschen wurden leicht verletzt. An der Atomruine in Fukushima soll es nach Angaben des Betreibers Tepco keine schlimmeren Auswirkungen gegeben haben.

Auch an anderen Kernkraftwerken der Region erwarteten die Betreiber keine schwereren Schäden. Im AKW Fukushima Daiichi war es vergangenes Jahr zu Kernschmelzen gekommen. Am 11. März 2011 hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein Tsunami den Nordosten des Landes verwüstet, rund 19 000 Menschen kamen ums Leben oder werden vermisst.

Hunderte Bewohner brachten sich am Freitag aus Furcht vor Flutwellen vorübergehend in Sicherheit. In etwa 1000 Haushalten fiel zeitweise der Strom aus, der Bahnbetrieb wurde unterbrochen.

Das Zentrum des Bebens lag am Freitag um 17.18 Uhr (Ortszeit) 240 Kilometer vor der Küste der Provinz Miyagi in einer Tiefe von 10 Kilometern, wie die Meteorologische Behörde meldete. Kurz darauf kam es zu einem weiteren Erdstoß der Stärke 6,2. Es könne sich um Nachbeben des Erdstoßes vom März 2011 gehandelt haben, hieß es. Experten halten es für möglich, dass es in den nächsten Tagen zu einem weiteren starken Nachbeben der Stärke von etwa 6 kommen wird.

Der Erdstoß war auch in der Hauptstadt Tokio zu spüren - allerdings nicht vergleichbar mit dem Monsterbeben vergangenes Jahr. «Es war schon etwas heftiger, alles hat ganz schön gewackelt, aber es ist nichts umgefallen», sagte Janna Fießelmann vom Goethe-Institut in Tokio der Nachrichtenagentur dpa. «Das ging fünf bis zehn Minuten.» Größere Vorsichtsmaßnahmen seien dieses Mal nicht nötig gewesen. «An sich geht alles ganz normal weiter.»

Goethe-Institut Tokio

Bericht Kyodo News

US-Erdbebenwarte

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