10. Mai 2013

Streit um Jüdinnen mit Gebetsschal an der Klagemauer

Tel Aviv (dpa) - Im Streit um religiöse Praktiken ist es an der Klagemauer in Jerusalems Altstadt zu einem Handgemenge gekommen. Hunderte ultraorthodoxer Juden, darunter viele Frauen, protestierten an der heute heiligsten Stätte des Judentums.

Handgemenge
Ultraorthodoxe Juden bei einem Handgemenge mit Polizisten. Foto: Jim Hollander
dpa

Sie wollten Jüdinnen von einer liberalen Strömung daran hindern, mit einem Gebetsschal für Männer zu beten.

Es sei zu Schubsereien gekommen und die Polizei habe einen strengreligiösen Mann festgenommen, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld. Er habe die Frauen mit Eiern beworfen und Wasser auf sie gespritzt. Es sei jedoch niemand verletzt worden.

Die Vereinigung religiöser Frauen unter dem Namen Neschot Hakotel, auch bekannt unter der englischen Bezeichnung Women of the Wall (Frauen der Mauer), kämpft seit langem gegen die Ungleichbehandlung an der Klagemauer.

Sie wurden immer wieder festgenommen, als sie mit Gebetsschal an der Mauer beten wollten. Diese gilt als letzter Überrest des im Jahre 70 zerstörten jüdischen Tempels.

Ein Gericht in Jerusalem hat ihnen jedoch inzwischen das freie Gebet im Frauenabschnitt an der Klagemauer erlaubt. Es gibt zudem einen Plan, einen weiteren Mauerabschnitt einzurichten, an dem beide Geschlechter gleich behandelt werden. Bislang beten Männer und Frauen an der Klagemauer getrennt.

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