19. Juni 2013

Syriens Opposition hält an militärischer Option fest

Istanbul (dpa) - Syriens Opposition hält am Sturz von Präsident Baschar al-Assad fest - und zwar um jeden Preis.

Baschar al-Assad
Um Assads Sturz zu erreichen, ist der syrischen Opposition jedes Mittel recht - auch der Einsatz militärischer Gewalt. Foto: Sana
dpa

Die Nationale Syrische Koalition kommentierte die Syrien-Erklärung des G8-Gipfels am Mittwoch mit den Worten, sie sei für jede politische Lösung offen, «die das Blutvergießen beendet und den Bestrebungen des syrischen Volkes gerecht wird, das Assad-Regime zu stürzen und diejenigen vor Gericht zu bringen, die Verbrechen gegen das syrische Volk verübt haben».

Um dieses Ziel zu erreichen, sei jedes Mittel recht - auch der Einsatz militärischer Gewalt.

Die führenden Industriestaaten hatten sich bei ihrem Gipfeltreffen am Dienstag für die Bildung einer syrischen Übergangsregierung ausgesprochen. Das Schicksal von Präsident Baschar al-Assad hatten sie bewusst ausgeklammert, weil Russland bislang nicht dazu bereit ist, seinen Rücktritt zu fordern.

Die Syrische Koalition begrüßte die Ankündigung der G8-Staaten, für die Versorgung syrischer Flüchtlinge 1,5 Milliarden US-Dollar Finanzmittel bereitzustellen. Gleichzeitig forderten die Oppositionellen, ihre Koalition müsse in die Verteilung der Gelder eingebunden werden.

Mörsergranaten trafen am Mittwoch die Viertel Rukneddin und Tischrin in Damaskus. Landesweit zählten die Revolutionskomitees 31 Tote. Am Vortag waren nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter 110 Menschen getötet worden, darunter 48 Zivilisten.

Die syrische Website «Aks al-Saer» berichtete von einem geplanten Gefangenenaustausch zwischen der von Assad-Gegnern gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) und Kämpfern der Miliz der kurdischen PYD in der Provinz Aleppo.

Die Hilfswerke der Kirchen in Deutschland halten die Lieferung von Waffen nach Syrien für keine Lösung. «Wir benötigen dringend eine ernsthafte Friedensinitiative, damit das Leid der Menschen bald ein Ende hat», erklärte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller. Gleichzeitig sei eine Ausweitung der humanitären Hilfe notwendig.

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