20. Juli 2013

Syriens neuer Oppositionschef: Waffen für Rebellen haben Priorität

Dschidda/Beirut (dpa) - Der neue Vorsitzende der oppositionellen Syrischen Nationalen Koalition (SNC) hat die Ausstattung der Rebellen mit Waffen als wichtigstes Anliegen seiner Amtsführung bezeichnet.

Im Gefecht
Rebellen im Gefecht mit Assad-treuen Einheiten. Foto: Maysun/Archiv
dpa

«Das hat für mich oberste Priorität», sagte Ahmed Assi al-Dscharba in einem Interview mit der saudischen Tageszeitung «Asharq al-Awsat», das diese auf ihrer Internetseite veröffentlichte. «Wir stehen bewaffneten Banden Auge in Auge gegenüber, die am syrischen Volk einen Genozid begehen.»

Der einzige Weg, die Massaker des Regimes des syrischen Machthabers Baschar al-Assad zu beenden, sei die Ausrüstung der Aufständischen mit entwickelten Waffensystemen, fügte er hinzu. Weiter wolle er sich auf die humanitäre Situation in Syrien konzentrieren. Die westlichen und arabischen Unterstützer der Rebellen rief er dazu auf, sogenannte «sichere Zonen» in Syrien einzurichten, in denen die Zivilisten Schutz finden könnten.

Der neue Vorsitzende der wichtigsten syrischen Oppositionsplattform gab das Interview am Rande eines offiziellen Besuchs in Saudi-Arabien. Dort traf er auch mit Kronprinz Salman zusammen. Nach arabischen Medienberichten will er anschließend nach Europa und in die USA reisen. Am kommenden Mittwoch werde er vom französischen Präsidenten François Hollande empfangen, um danach auch in London und Berlin vorstellig zu werden, hieß es in den Berichten.

Der von Saudi-Arabien unterstützte Stammesführer Al-Dscharba war vor zwei Wochen zum SNC-Vorsitzenden gewählt worden. Sein Vorgänger Muas al-Chatib, der das Vertrauen des Golfemirats Katar genoss, hatte sich mehrfach enttäuscht über das Engagement der internationalen Staatengemeinschaft im Syrienkonflikt geäußert.

Interview, engl.

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