14. September 2013

Todesurteile für Vergewaltiger: Große Zustimmung in Indien

Neu Delhi (dpa) - Die Todesurteile gegen vier Vergewaltiger und Mörder einer jungen Studentin in Indien haben breite Zustimmung in der Bevölkerung gefunden. «Keine Gnade gezeigt, keine Gnade bekommen», titelte etwa die Tageszeitung «Hindustan Times» am Samstag.

"Sie hat gewonnen"
"Sie hat gewonnen": Indische Aktivisten vor dem Gericht, in den die Vergewaltiger einer Studentin zum Tode verurteilt wurden. Foto: Harish Tyagi
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"Hängt sie auf!"
"Hängt sie auf!" Indische Frauen feiern die Todesurteile für vier Vergewaltiger. Foto: Harish Tyagi
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Gericht
In diesem Gericht in Neu-Delhi wurden vier Vergewaltiger zum Tode verurteilt. Foto: Harish Tyagi
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Verurteilt
Seit der brutalen Vergewaltigung im Dezember beschäftigt das Thema in Indien das ganze Land. Nun setzt ein Gericht ein Zeichen: Die Täter sollen nicht mehr davonkommen. Foto: Money Sharma
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Gefangenentransport
Ein Wagen der Polizei von Delhi bringt Gefangene aus dem Gerichtskomplex. Foto: Money Sharma
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«Tod für die Vier für das feige, diabolische, brutale Verbrechen», schrieb die «Times of India.» Doch es regen sich auch Zweifel. Aktivisten glauben nicht, dass sich Täter wirklich von einer möglichen Todesstrafe abschrecken lassen.

Ein Spezialgericht in Neu Delhi hatte die Männer am Freitag zur Höchststrafe verurteilt. Sie hatten mit zwei weiteren Tätern die 23-jährige Studentin im Dezember in einem Bus in Neu Delhi entführt, nacheinander vergewaltigt und so stark verletzt, dass sie zwei Wochen später an den inneren Verletzungen starb. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mitleid mit den Tätern oder ihren Familien gab es nach der Urteilsverkündung nicht. «Wenn das meine Kinder wären, hätte ich sie eigenhändig erwürgt», sagte etwa die 62-jährige Arun Puri der «Times of India». Auf ihre Kopfbedeckung hatte sie die Worte «Hängt sie!» geschrieben.

Die harten Strafen seien eine Warnung an mögliche Täter, meinten viele Inder in Fernsehinterviews und in sozialen Netzwerken. «Bin erleichtert, dass die Monster in die Hölle geschickt werden», twitterte Indiens erste weibliche Polizeibeamtin Kiran Bedi. «Wenn das jedes Mal passiert, ist die Nachricht klar: Begehe ein solches Verbrechen und Du landest in der Hölle.» Innenminister Susilkumar Shinde schlug in die gleiche Kerbe: Das Urteil zeige, welche Strafe Vergewaltiger erwarte, sagte er.

Menschenrechtsgruppen sind allerdings der Ansicht, das Urteil werde nur wenig an der extrem hohen Zahl von Vergewaltigungen in Indien ändern. Wichtiger wäre eine effizientere Strafverfolgung in mehr Fällen, kritisierten Aktivisten. Nur 24 Prozent der Täter würden verurteilt. Im vergangenen Jahr wurden bei der Polizei knapp 25 000 Vergewaltigungen angezeigt. Das Urteil werde Gewalt gegen Frauen nicht stoppen, sagte etwa Tara Rao von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Das Spezialgericht habe sich zu sehr auf Vergeltung konzentriert, schrieb die Zeitung «The Hindu» in einem Leitartikel. Was fehle, sei ein konstruktiver Dialog über Polizeiarbeit und Reformen im Justizsystem.

Bericht «Hindustan Times»

Bericht «Times of India»

Amnesty International

Leitartikel «The Hindu»

Kiran Bedi auf Twitter

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