10. August 2013

USA: Mutmaßlicher Mörder flieht in die Wildnis

San Diego (dpa) - Mit Geländewagen, zu Pferd und mit Hubschraubern machen Dutzende Einsatzteams in der Wildnis des US-Staates Idaho Jagd auf einen mutmaßlichen Mörder und Mädchen-Entführer.

Fahndungsfoto
Fahndungsbild des Verdächtigen, der die 16-jährige Tochter von Freunden entführt haben soll, nachdem er ihre Mutter und wahrscheinlich auch ihren Bruder tötete. Foto: San Diego County Sheriff
dpa
Hannah Anderson
Die 16-jährige Hannah Anderson soll sich in der Gewalt des Verdächtigen befinden. Foto: San Diego County Sheriff
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Ethan Anderson
Der achtjährige Ethan gilt als vermisst. Allerdings wurde im brennenden Haus der Familie eine Kinderleiche gefunden, bei der es sich um Ethan handeln könnte. Foto: San Diego County Sheriff
dpa

Der 40-jährige Tatverdächtige soll in Kalifornien eine Mutter und ihren acht Jahre alten Sohn getötet und ihre Tochter in seine Gewalt gebracht haben. Die Behörden gehen davon aus, dass der Mann mit der 16-jährigen Hannah in der Wildnis mit Campingausrüstung zu Fuß unterwegs ist.

Ein Ausflügler in dem schwer zugänglichen Gebiet war am Mittwoch einem Mann und einem Teenager begegnet, bei denen es sich um die Gesuchten handeln könnte. Sie hätten ein paar Worte gewechselt, sagte Polizeisprecherin Andrea Dearden der US-Zeitschrift «People» über die Begegnung.

Der Ausflügler habe erst später Verdacht geschöpft und den Vorfall gemeldet, nachdem er Berichte über die Großfahndung nach dem Mann gesehen hatte. Das unter Büschen versteckte Auto des Tatverdächtigen wurde am Freitag rund 100 Kilometer nördlich der Stadt Boise nahe der Bergregion gefunden.

Das Familiendrama begann am vergangenen Sonntag, als die Leiche der 44-jährigen Christina Anderson und die eines Kindes im brennenden Haus des Tatverdächtigen bei San Diego gefunden worden. Nach Medienberichten vom Samstag handelt es sich bei der Kinderleiche um Ethan, den achtjährigen Sohn der Anderson-Familie.

Der per Großfahndung gesuchte 40-Jährige war mit der Familie eng befreundet. Die Anderson-Kinder hätten den Mann seit Jahren gekannt und ihn «Onkel Jim» genannt, teilten die Behörden mit. Einige Freunde des Mädchens sagten in Fernsehinterviews, dass der Mann eine Schwäche für den blonden Teenager entwickelt habe. Der Ehemann der Getöteten und Vater der beiden Kinder, Brett Anderson, sagte dem Sender CNN, er könne sich nicht vorstellen, was da passiert sei: «Es gab nichts, was darauf hingewiesen hätte. Er muss ausgerastet sein.»

Die Suchteams in dem Wildnisgebiet von Idaho habe eine schwierige Aufgabe. Die Bergregion mit tiefen Schluchten und breiten Flüssen wurde als «schroffe Wildnis» beschrieben. Die kanadische Grenze ist rund dreihundert Kilometer entfernt.

CNN-Bericht

Los Angeles Times

People.com

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