20. Juni 2014

Dax geht nach Rekordhoch die Puste aus

Frankfurt/Main (dpa) - Die zunächst gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt hat am Freitag nicht gehalten. Der Dax erklomm am sogenannten «Hexensabbat» - also dem großen Verfallstag an den Terminbörsen - eine Bestmarke von 10 050,98 Zählern.

Die Freude währte allerdings nur kurz. Im späten Handel bröckelten die Gewinne zusehends und am Ende stand für den deutschen Leitindex sogar ein Minus von 0,17 Prozent auf 9987,24 Punkte zu Buche. Auf Wochensicht bedeutet das aber immer noch einen Anstieg um 0,75 Prozent. Der MDax fiel am Freitag um 0,11 Prozent auf 16 988,52 Punkte, während der TecDax um 0,34 Prozent auf 1332,30 Punkte stieg.

Fundamentale Kurstreiber gab es zum Wochenausklang kaum. Entsprechend sahen Börsianer das Marktgeschehen vom «Hexensabbat» getrieben, an dem es oft zu überraschenden Kursschwankungen kommt. Am Vortag hatte die Aussicht auf eine noch lange sehr lockere US-Geldpolitik die Indizes angetrieben. Mittlerweile mehren sich aber auch vorsichtige Stimmen, die auf das Risiko einer Kurskorrektur hinweisen. Auf dem aktuellen Kursniveau gäbe es reichlich Gründe für einen Rücksetzer, etwa die Krise im Irak.

SAP-Aktien gaben nach enttäuschenden Quartalszahlen des Erzrivalen Oracle um 0,63 Prozent nach. Laut einem Händler zeigen die schwachen Resultate, dass der Wettbewerbsdruck in der Branche steigt. Noch deutlicher nach unten ging es in einen europaweit schwachen Marktumfeld für Finanztitel für die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank. Beide verloren rund drei Prozent.

Erneut fest präsentierten sich hingegen die Anteilsscheine von RWE. Die Papiere des Versorgers setzten ihren jüngsten Aufwärtstrend mit einem Plus von 1,35 Prozent fort. Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer profitierten von einer Medikamentenzulassung in Japan. Sie verteuerten sich um 0,29 Prozent.

Die Siemens-Papiere bleiben mit dem Übernahmekampf um den französischen Industriekonzern Alstom im Fokus. Die Münchener und der japanische Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) besserten am Freitag ihre Offerte auf. Am Vortag hatte bereits der US-Rivale General Electric (GE) nachgelegt. Die Siemens-Aktien kletterten moderat nach oben. Nachbörslich erklärte der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg, dass sein Land das Angebot des US-Konzerns favorisiere.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone fiel um 0,38 Prozent auf 3302,36 Punkte. Der Cac 40 in Paris gab ähnlich nach, während der Londoner FTSE 100 gestützt von Rohstofftiteln zulegte. Am US-Aktienmarkt stand der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss moderat höher.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 136,10 Punkte. Der Bund Future verlor 0,04 Prozent auf 145,87 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3588 (Donnerstag: 1,3620) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7359 (0,7342) Euro.

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