11. Mai 2012

Devisen: Euro bleibt im Schatten der Griechenland-Krise unter 1,30 US-Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> hat am Freitag vor dem Hintergrund der schwierigen Regierungsbildung in Griechenland keine klare Richtung gefunden. Im Nachmittagshandel bewegte sich die Gemeinschaftswährung wie bereits an den beiden Vortagen unter der Marke von 1,30 US-Dollar und stand zuletzt bei 1,2939 Dollar. Am frühen Morgen war der Euro noch auf ein Tagestief bei knapp über 1,29 Dollar gerutscht und schaffte am Nachmittag ein Tageshoch bei knapp unter 1,2960 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2944 (Donnerstag: 1,2961) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7726 (0,7715) Euro.

Im Anschluss an eine chaotische Woche nach der Griechenland-Wahl am vergangenen Sonntag gibt es in Athen zumindest wieder einen kleinen Hoffnungsschimmer. Nach jüngsten Meldungen sind auch die Konservativen im Athener Parlament zu einer Koalition bereit. Zuvor hatten bereits die Sozialisten und die Partei der Demokratischen Linken eine Zusammenarbeit signalisiert. Noch ist allerdings vollkommen offen, ob es tatsächlich zu einer Regierungsbildung kommt, da die Partei Demokratische Linke auch auf einer Beteiligung der radikalen Linken besteht.

"An den Devisenmärkten warten die Anleger auf ein Ergebnis aus Griechenland", beschrieb Devisenexperte Rainer Sartoris von der Privatbank HSBC Trinkaus die Stimmung. Am Morgen sei die Hoffnung auf eine Einigung noch etwas stärker gewesen und habe sich am Nachmittag wieder abgeschwächt. Nach Einschätzung von Sartoris "läuft es auf Neuwahlen in Griechenland hinaus". Die jüngsten Maßnahmen im ebenfalls angeschlagenen Euroland Spanien zur Stützung der heimischen Banken hätten den Euro kaum bewegen können. Die Einführung von sogenannten "Bad Banks" habe ebenso im Schatten der Ereignisse in Griechenland gestanden wie die Konjunkturdaten, die im Tagesverlauf veröffentlicht worden seien, sagte Sartoris weiter.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80330 (0,80180) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 103,48 (103,31) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2012 (1,2013) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.583,00 (Vortag: 1.598,50) gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 38.610,00 (38.850,00) Euro.

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