10. April 2012

Devisen: Euro erholt sich nur leicht vom Ausverkauf

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> hat sich am Mittwoch im US-Handel nur leicht vom Ausverkauf im europäischen Geschäft erholt. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3138 Dollar. Eine enttäuschende Auktion spanischer Staatsanleihen hatte den Euro zuvor auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Wochen gedrückt. Zuvor hatten bereits Aussagen der US-Notenbank die europäische Gemeinschaftswährung auf Talfahrt geschickt. Innerhalb von 24 Stunden hatte sie mehr als zwei Cent verloren und war bis auf 1,3106 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3142 (Dienstag: 1,3315) Dollar festgesetzt.

Das Signal zum Euro-Ausverkauf lieferte die US-Notenbank am Vorabend: Die Fed hat einer weiteren geldpolitischen Lockerung vorerst eine Absage erteilt, wie das Protokoll der letzten Sitzung gezeigt hatte. "Während im Januar noch einige Geldpolitiker eine baldige Ausweitung der Aufkäufe forderten, fehlte diesmal diese Einschätzung", sagte Lothar Heßler, Experte vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Der Dollar erhielt daraufhin massiv Auftrieb.

Eine spanische Anleiheauktion brachte die geschwächte Gemeinschaftswährung anschließend weiter unter Druck: Madrid hatte deutlich höhere Zinsen bieten müssen, um frisches Geld bei Investoren einzusammeln. Am Sekundärmarkt, wo umlaufende Papiere gehandelt werden, waren die Risikoaufschläge deutlich angezogen. Der EZB-Zinsentscheid und die anschließende Pressekonferenz von Notenbankchef Mario Draghi gerieten zur Randnotiz und verpufften am Devisenmarkt. Es seien "weder Signale für eine weitere Leitzinssenkung noch für eine erhöhte Liquiditätsbereitstellung" geliefert worden, sagte Ulrich Wortberg, Experte der Landesbank Hessen-Thüringen.

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