30. Mai 2012

Devisen: Euro fällt auf tiefsten Stand seit fast zwei Jahren

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> ist am Mittwoch nach einer Serie von schlechten Nachrichten aus der Eurozone auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren abgerutscht. Zunächst hätten unerwartet schwache Konjunkturdaten die Gemeinschaftswährung unter Verkaufsdruck gesetzt, hieß es von Händlern. Für einen weiteren Schub nach unten sorgte eine enttäuschende Anleihen-Versteigerung in Italien. Gegen Mittag fiel der Euro auf 1,2434 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2010. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2523 (Montag: 1,2566) Dollar festgesetzt.

Nach einer längeren Seitwärtsbewegung sei es beim Euro nun doch zu der befürchteten Fortsetzung der Talfahrt gekommen, hieß es in einer Einschätzung des Bankhauses Metzler. Die Zuspitzung der Bankenkrise in Spanien habe der Gemeinschaftswährung "deutlich zugesetzt". Neue Probleme bei der Sanierung des angeschlagenen Sparkassenriesen Bankia drückten die Stimmung an den Finanzmärkten.

Zudem setzten unerwartet schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone die Gemeinschaftswährung unter Verkaufsdruck. Im Mai hatte sich die Wirtschaftsstimmung im Euroraum laut EU-Kommission weiter verschlechtert. Das Geschäftsklima fiel auf den tiefsten Stand seit dem Krisenjahr 2009. Schließlich trieb eine enttäuschende Anleihe-Auktion in Italien die Anleger aus dem Euro. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone verkaufte deutlich weniger Anleihen als geplant und musste zudem höhere Zinsen akzeptieren.

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