03. Mai 2012

Devisen: Euro fängt sich nach Draghi-Aussagen und steigt auf Tageshoch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat am Donnerstag mit Kursgewinnen auf Äußerungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, im Anschluss an die Zinsentscheidung reagiert. Die Aussicht auf einen weiter stabilen Leitzins in der Eurozone habe der Gemeinschaftswährung im Handel mit dem US-Dollar Auftrieb verliehen, hieß es von Experten. Im Nachmittagshandel erreichte der Euro zeitweise ein Tageshoch bei 1,3180 Dollar und rutschte im weiteren Handel leicht auf 1,3157 Dollar zurück. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,3123 (Mittwoch: 1,3131) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7620 (0,7616) Euro.

"Am Nachmittag hat Draghi alle Investoren enttäuscht, die im Lauf der Pressekonferenz auf Hinweise für eine Zinssenkung durch die EZB warteten", sagte Devisenexperte Rainer Sartoris von der Privatbank HSBC Trinkaus. Trotz der jüngsten Zuspitzung der Lage im Euro-Krisenland Spanien versicherte der Notenbankchef, dass eine Zinssenkung im geldpolitischen Rat kein Thema gewesen sei. Nach den Aussagen "hat sich der Euro wieder etwas gefangen", kommentierte Sartoris die Kursentwicklung, nachdem der Euro seit Beginn der Woche noch deutlich abgerutscht war. Am frühen Nachmittag hatte die EZB den Leitzins wie erwartet auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent belassen.

Allerdings habe Draghi weiteren Zinsschritten oder neuen außerordentlichen Maßnahmen im Kampf gegen die Schuldenkrise keinen generellen Riegel vorgeschoben, sondern sich vielmehr alle Türen offen gelassen, sagte Sartoris. Von der zuletzt überraschend starken Eintrübung der Stimmung der Einkaufsmanager in der Eurozone hätten sich die Währungshüter nur wenig beeindrucken lassen. "Die EZB schaut nicht nur auf kurzfristige Indikatoren", sagte Sartoris. Die Notenbank erwarte nach wie vor eine konjunkturelle Belebung in der zweiten Jahreshälfte. Außerdem habe sich die Wirkung der riesigen Finanzspritzen der EZB für die Banken der Eurozone in einem Volumen von insgesamt etwa einer Billion Euro noch nicht voll entfaltet.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,81125 (0,81205) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 105,49 (105,31) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2014 (1,2018) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> festgelegt. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.637,75 (Vortag: 1.648,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39.540,00 (39.770,00) Euro.

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