01. Juni 2012

Devisen: Euro geht nach US-Arbeitsmarktbericht auf Berg- und Talfahrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt haben den Euro <EURUS.FX1> zum Wochenausklang auf Achterbahnfahrt geschickt. Die bereits angeschlagene Gemeinschaftswährung fiel am Freitagnachmittag kurz auf ein neues Jahrestief von 1,2288 US-Dollar. Danach hob eine kräftige - nach Einschätzung von Experten und Händlern jedoch vor allem technisch bedingte - Gegenbewegung den Kurs um mehr als 1,5 Cent in die Höhe. Bis zuletzt büßte der Euro wieder mehr als einen halben Cent ein und notierte bei 1,2383 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2322 (Donnerstag: 1,2403) Dollar festgesetzt.

Nachdem es bis zum Nachmittag so ausgehen hatte, als würde die Euro-Talfahrt der Vortage fortgesetzt, kam es im Zuge der US-Konjunkturdaten zu einer kräftigen Kurserholung. Der Arbeitsmarktbericht fiel jedoch schwächer aus als erwartet. Die im Vergleich zum Dollar als riskanter betrachtete europäische Gemeinschaftswährung wurde durch die schlechten Nachrichten zunächst belastet. Technische Faktoren wie automatische Kauforders, die bei Unterschreiten der Marke von 1,23 Dollar ausgelöst wurden, gaben dem Euro dann jedoch laut Experten kräftigen Auftrieb. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete zudem von Gerüchten über Anleihekäufe der EZB, die den Kurs trieben.

Devisenexperte Alan Ruskin von der Deutschen Bank nannte mögliche geldpolitische Reaktionen der US-Notenbank als weiteren Grund: "Wir sind am Punkt angekommen, wo das schwache Wachstum die Fed zur quantitativen Lockerung zwingen könnte." Die Aussicht auf ein neues Anleihekaufprogramm könnte Anleger aus dem Dollar treiben. Doch auch der Druck auf den Euro bleibt hoch. Während die Sorgen um die Zukunft Griechenlands im Währungsverbund und die angeschlagenen spanischen Banken nicht abnehmen, trüben sich auch die Konjunkturaussichten immer weiter ein. Die Stimmung unter den Einkaufsmanagern ist mittlerweile so schlecht wie zuletzt während der tiefen Rezession Mitte 2009.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80500 (0,79990) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 96,25 (97,66) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2008 (1,2010) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.606,00 (Vortag:1.558,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39.830,00 Euro (39.920,00 Euro).

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