13. April 2012

Devisen: Euro im Minus - China-Daten und Spanien-Sorgen belasten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Enttäuschende Konjunkturdaten aus China und Sorgen um Spanien haben den Euro <EURUS.FX1> am Freitag unter Druck gebracht. Die schwächer als erwarteten Zahlen zum Wachstum der Volksrepublik im ersten Quartal hätten die Risikofreude an den Märkten gedämpft und so auch die Gemeinschaftswährung belastet, sagten Händler. Zudem spitzt sich die Lage im spanischen Bankensektor offenbar weiter zu. Gegen Mittag kostete der Euro 1,3157 US-Dollar, nachdem er im frühen Handel einen kurzen Ausreißer über die Marke von 1,32 Dollar gewagt hatte. Im Wochenverlauf hat sich der Kurs trotz der jüngsten Abschläge erholen können - am Montag war er bis auf 1,3030 Dollar gefallen.

Die Daten zum chinesischen Wachstum im ersten Quartal sorgten am Morgen für Ernüchterung an den Finanzmärkten. In den ersten drei Monaten verzeichnete die Wirtschaftsleistung mit 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum den geringsten Anstieg seit fast drei Jahren. Am Vorabend hatten noch Spekulationen die Stimmung gehoben, wonach die Werte höher als prognostiziert ausfallen könnten. Die obersten Wirtschaftslenker in Peking hatten vor zwei Wochen noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 8,4 Prozent gerechnet. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft weltweit.

Weitere Ernüchterung am Devisenmarkt brachte die Nachricht, dass Spaniens angeschlagener Bankensektor offenbar trotz der massiven Liquiditätsversorgung im Euroraum weiter in Geldnöten ist. Die Ausleihungen der spanischen Institute bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sind im März um fast 50 Prozent gestiegen und haben einen neuen Rekord erreicht, wie aus Angaben hervorgeht, die die spanische Nationalbank am Freitag auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.

Marktbewegende Fundamentaldaten werden im weiteren Handel kaum erwartet. Lediglich Preiszahlen und Umfragewerte zum Konsumentenvertrauen aus den USA könnten in den Fokus geraten. Experten sehen den Euro trotz der Erholung im bisherigen Wochenverlauf weiter belastet: Der technische Ausblick habe sich nicht nennenswert geändert, heißt es in einem Ausblick der Landesbank Hessen-Thüringen.

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