06. September 2012

Devisen: Euro profitiert kaum von EZB-Anleihekaufprogramm

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat am Donnerstag kaum von dem neuen Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) profitieren können. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,2641 US-Dollar und damit nur etwas mehr als zur Wochenmitte. Zeitweise war der Euro sogar auf deutlich unter 1,26 Dollar abgerutscht. Händler nannten als Grund, dass EZB-Chef Mario Draghi überwiegend bereits durchgesickerte Details zu den neuen Anleihekäufen bestätigt habe. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2638 (Mittwoch: 1,2578) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7913 (0,7950) Euro.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der EZB-Ratssitzung. Nachdem die Notenbank ihren Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent belassen hatte, erläuterte EZB-Präsident Draghi die neue Strategie der Notenbank in der Schuldenkrise: Zum zweiten Mal wird die Notenbank an den krisengeschüttelten Anleihemärkten intervenieren. Draghi rechtfertigte den umstrittenen Eingriff mit den hohen Risikoaufschlägen für Staatsanleihen von Krisenländern, weswegen die Wirkung der EZB-Geldpolitik gestört sei. Die Bundesbank lehnt die Käufe strikt ab, weil sie nach ihrer Ansicht die Grenze zur verbotenen Staatsfinanzierung durch die Notenpresse überschreiten.

Das neue Kaufprogramm fällt im Vergleich zu der ersten Runde, mit dem die Notenbank seit der Griechenland-Krise 2010 interveniert hatte, deutlich schärfer aus: So ist das neue Programm im Volumen unbegrenzt. Zudem verzichtet die EZB auf ihren Status als bevorrechtigter Gläubiger. Im Falle einer Staatsumschuldung wäre sie von Verlusten also genauso wie private Investoren betroffen. Sowohl das begrenzte Volumen als auch der bevorrechtigte Status der EZB gelten unter Experten als wesentliche Schwachpunkte der ersten Anleihekäufe. Neben griechischen Titeln hatte die EZB auch Anleihen Irlands, Portugals sowie Spaniens und Italiens im Gesamtwert von rund 200 Milliarden Euro erworben.

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