28. Juni 2012

Devisen: Euro sinkt zum Gipfelauftakt an die Marke von 1,24 US-Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> hat am Donnerstag zum Auftakt des EU-Krisengipfels weiter an Boden verloren und ist bis an die Marke von 1,24 US-Dollar gerutscht. Die Anleger rechneten mittlerweile immer weniger mit dem "großen Wurf" der europäischen Staats- und Regierungschefs im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise, sagten Börsianer. Die Gemeinschaftswährung stand zuletzt bei 1,2416 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf ähnlich niedrige 1,2418 (Mittwoch: 1,2478) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8053 (0,8014) Euro.

Nach Einschätzung des Devisenexperte Lothar Heßler von der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus gestaltet sich das Krisenmanagement der europäischen Spitzenpolitiker im Kampf gegen die Schuldenkrise immer schwieriger. Mittlerweile wirkten die im Vorfeld des Gipfels vorgeschlagenen Maßnahmen zur Eindämmung der Krise wie "die Reparatur eines Autos während der Fahrt". An den Devisenmärkten hätten die Investoren die Erwartungen an den Gipfel bereits deutlich zurückgeschraubt, was sich am jüngsten Kursverlauf des Euro ablesen lasse.

Auch wenn der Gipfel keine weitreichenden Beschlüsse zur Stabilisierung der Lage in den Krisenstaaten der Eurozone bringen dürfte, sollten die Regierungschefs zumindest eine konkrete Absichtserklärung liefern, forderte Heßler. "Das ist die Mindestvoraussetzung an den Gipfel". Nur im Fall eines kompletten Scheiterns des Spitzentreffens rechnet der HSBC-Trinkaus-Experte mit starken Kursverlusten des Euro.

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