14. Juni 2012

Devisen: Euro trotz schlechter Nachrichten gestiegen - 'Märkte abgestumpft'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> ist am Donnerstag trotz neuer schlechter Nachrichten aus der Eurozone gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,2596 US-Dollar gehandelt. Im Mittagshandel hatte der Euro zeitweise nur 1,2542 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2551 (Mittwoch: 1,2534) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7968 (0,7978) Euro.

"Es ist schon überraschend, dass der Euro nicht stärker auf die negativen Nachrichten reagiert hat", sagte Jana Meier, Devisenexpertin von HSBC Trinkaus. So hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von Spanien am späten Donnerstagabend um gleich drei Noten abgestuft. Zudem konnte sich Italien nur zu deutlich höheren Zinsen am Anleihemarkt refinanzieren. "Der Markt ist gegenüber negativen Nachrichten offenbar schon abgestumpft", sagte Meier. Alle schauten jetzt auf die Wahl am Sonntag in Griechenland.

Schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA hätten den Dollar zusätzlich etwas geschwächt, aber in diesem Umfeld eher eine untergeordnete Rolle gespielt, sagt Meier. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche unerwartet gestiegen. Zudem sind die Verbraucherpreise im Mai zum Vormonat gefallen. Beiden Daten sprächen dafür, dass die US-Notenbank ein erneutes Anleihekaufprogramm zur Stützung der Konjunktur starten könnte, sagte Meier. Die zusätzliche Liquidität würde den Dollar belasten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80920 (0,80630) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 99,51 (99,80) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2008 (1,2009) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.613,50 (1.619,50 ) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 40.800,00 (40.660,00) Euro.

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