10. April 2012

Devisen: Euro weiter im Sturzflug - Spanien bereitet Sorgen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat seinen Sturzflug am Mittwoch fortgesetzt. Nachdem Aussagen der US-Notenbank dem Dollar am Vorabend bereits kräftigen Auftrieb gegeben hatten, zog vor allem eine enttäuschende spanische Anleiheauktion die europäische Gemeinschaftswährung weiter nach unten. Am Mittag wurde der Euro mit 1,3161 Dollar gehandelt. Innerhalb von weniger als 24 Stunden stürzte der Kurs damit um fast zwei Cent ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag noch auf 1,3315 (Montag: 1,3319) Dollar festgesetzt.

Das große Euro-Krisenland Spanien war am Vormittag erstmals nach Vorlage seiner neuen Haushaltspläne mit Anleihen an den Markt gegangen und hatte keinen überzeugenden Auftritt abgeliefert. Die Nachfrage ging im Vergleich zu den letzten Auktionen zurück und die Finanzierungskosten zogen an. Investoren betrachten Spanien bereits seit Anfang März wieder kritischer. Am Anschluss an die Anleihe-Aufstockung legten die Risikoaufschläge für spanische Bonds deutlich zu, der Euro weitete seine Verluste aus.

Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed die Gemeinschaftswährung unter Druck gebracht: Die Fed will laut Protokoll ihrer letzten Sitzung vom 13. März auf weitere geldpolitische Lockerungen verzichten, solange sich die Wirtschaftslage nicht merklich verschlechtert. Die Nachricht beflügelte den Dollar, da die Spekulationen auf ein neues Anleihekaufprogramm der Notenbank an den Märkten zuletzt wieder deutlich gestiegen waren. Im weiteren Handelsverlauf könnte zudem die Pressekonferenz der EZB den Devisenmarkt bewegen. Neue geldpolitische Entscheidungen werden jedoch nicht erwartet.

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