03. August 2012

Devisen: Eurokurs erholt sich größtenteils von Vortagesverlusten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> hat sich am Freitag größtenteils von seinen deutlichen Vortagsverlusten in Folge der Enttäuschung über die EZB erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde im Mittagshandel mit 1,2270 US-Dollar gehandelt. Im asiatischen Handel hatte der Euro zeitweise nur 1,2167 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch auf 1,2346 (Mittwoch: 1,2298) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8100 (0,8131) Euro.

Der Eurokurs war am Donnerstag stark unter Druck geraten, da die EZB zunächst noch nicht mit Anleihekäufen beginnen wird. Notenbankchef Mario Draghi hatte den möglichen Kauf von Staatsanleihen an Hilfe durch die Rettungsschirme EFSF/ESM gebunden. Länder wie Spanien und Italien müssten so strikte Auflagen erfüllen.

"Nachdem die EZB die überzogenen Erwartungen enttäuscht hat, hat am Freitag eine Gegenbewegung eingesetzt", sagte Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Langfristig sei die zurückhaltende Haltung von Draghi zu begrüßen, auch wenn sie zunächst nicht von den Märkten honoriert worden sei. So werde der Reformdruck auf die Regierungen aufrechterhalten. "Offenbar zweifeln jetzt einige Beobachter ob die Notenbank ihre harte Haltung gegenüber den Staaten, auch bei einer Eskalation der Krise so durchhalten wird", sagte Karpowitz. Laut Händlern hat sich auch die deutliche Entspannung an den Anleihemärkten der Krisenländer positiv auf den Euro ausgewirkt. Vor allem im zweijährigen Bereich gingen die Renditen drastisch zurückt. Draghi hatte gesagt, dass die EZB bei möglichen Anleihenkäufe vor allem kurzlaufende Papiere erwerben will.

Im Nachmittagshandel steht laut Karpowitz der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus der Anleger. Der Markt erwartet einen Beschäftigungsaufbau von 100.000. Nachdem die US-Notenbank am Mittwoch keine quantitative Lockerung (QE3) verkündete habe, dürften etliche Marktteilnehmer mit einer positiven Überraschung beim Arbeitsmarktbericht rechnen, sagte Karpowitz./

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