23. Mai 2012

Devisen: Eurokurs fällt auf den tiefsten Stand sei August 2010

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> ist am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit August 2010 gesunken. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel zeitweise bis auf 1,2615 US-Dollar. Zuletzt erholte sich der Euro leicht und wurde am frühen Nachmittag mit 1,2655 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag noch auf 1,2768 (Montag: 1,2750) Dollar festgesetzt.

"Bis zu den Wahlen am 17. Juni in Griechenland wird der Euro unter Druck bleiben", sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Bis dahin bleibe unklar wie es mit Griechenland und der Eurozone weiter gehe. Besonders wichtig sei jetzt die Marke von 1,26 Dollar. Sollte der Euro diese Marke unterschreiten könnte er bis auf 1,24 Dollar fallen. Hellmeyer geht jedoch davon aus, dass Griechenland in der Eurozone bleiben wird. Verstärkt wurde die jüngste Talfahrt laut Händler durch das schwache Verbrauchervertauen in Italien. Der Index war im Mai auf den niedrigsten Stand seit 1996 gefallen.

"Wichtig für die weitere Kursentwicklung ist auch der EU-Sondergipfel am Mittwochabend", sagte Hellmeyer. Die deutsche Regierung müsse zulassen, dass mehr für das Wachstum getan werden. "Nur auf Strukturreformen zu setzen reicht nicht", sagte Hellmeyer. " Ohne Wachstumsmaßnahmen wird die konjunkturelle und gesellschaftliche Stabilität gefährdet." Dies zeige der Fall Griechenland.

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