09. Mai 2012

Devisen: Griechenland-Sorge drückt Eurokurs unter die Marke von 1,30 US-Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Die hohe politische Unsicherheit in Griechenland hat den Kurs des Euro <EURUS.FX1> am Mittwoch unter die Marke von 1,30 US-Dollar gedrückt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt in New York mit 1,29455 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2950 (Dienstag: 1,3025) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7722 (0,7678) Euro. Im asiatischen Handel hatte der Euro noch über der Marke von 1,30 Dollar notiert.

"Die schwierige Lage in Griechenland hat den Euro stark belastet", sagte Thomas Amend, Devisenexperte beim Bankhaus HSBC Trinkaus. Seit den Wahlen haben die Befürworter des mit den internationalen Gläubigern ausgehandelten Sparpakets keine Mehrheit mehr im Parlament. "Eine erfolgreiche Regierungsbildung wird an den Märkten nicht erwartet", sagte Amend. Auch die europäischen Aktienmärkte und die Anleihemärkte der Euro-Krisenländer standen zur Wochenmitte stark unter Druck. Immer mehr Experten erwarten einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion.

Indes bekam Griechenland die Zusage des Euro-Krisenfonds EFSF, trotz der Unsicherheit über die künftige Regierung die nächste internationale Hilfszahlung zu erhalten. Von der Kreditrate in Höhe von 5,2 Milliarden Euro sollen 4,2 Milliarden Euro bereits am morgigen Donnerstag ausgezahlt werden.

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