18. Juni 2012

Devisen: Nur kurze Erleichterung nach Griechenland-Wahl - Euro unter Druck

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Wahlerfolg der Sparbefürworter in Griechenland hat den Euro <EURUS.FX1> am Montag nur kurzzeitig gestützt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,2577 US-Dollar gehandelt. Im asiatischen Handel war der Euro zuvor mit 1,2747 Dollar auf den höchsten Stand seit fast einem Monat gestiegen. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs im Handelsverlauf dann bereits deutlich tiefer auf 1,2618 (Freitag: 1,2596) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7925 (0,7939) Euro.

Die proeuropäischen Kräfte der Parteien Nea Dimokratia und Pasok haben sich bei den Parlamentswahlen in Griechenland durchgesetzt - wenn auch knapp. Die Erleichterung an den Finanzmärkten hielt jedoch nur kurzzeitig an. "Das größere Problem sind derzeit aber eher die Probleme in Italien und vor allem in Spanien", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. Diese seien nach den Wahlen in Griechenland nicht gelöst. Vor allem der spanische Anleihemarkt geriet wieder stark unter Druck. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Anleihe war zwischenzeitlich auf einen Rekordstand von 7,241 Prozent gestiegen. Aber zumindest sei in Griechenland eine Eskalation vermieden worden, fuhr Rieke fort. Das Land werde sich jetzt wohl weiter "durchwursteln".

Die vorsichtige Reaktion am Devisenmarkt erklärte Rieke auch mit den in dieser Woche anstehenden Konjunkturdaten. Diese dürften wohl eine weitere Abschwächung der Wirtschaft in der Eurozone signalisieren. Daher zögerten viele Anleger bereits jetzt, Euro zu kaufen. "Die Nervosität an den Märkten ist weiter hoch." Dies zeigten die heftigen Kursausschläge. Die Hoffnungen lägen jetzt auf dem nächsten EU-Gipfel (28. und 29. Juni), wo weitere Integrationsschritte erwartet würden.

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