26. April 2012

Devisen: Trübe Wirtschaftsaussichten drücken Eurokurs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwache Konjunkturdaten haben den Euro <EURUS.FX1> am Donnerstag belastet. Die erneute Zuspitzung der Krise in Spanien habe das Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone nach unten gezogen, sagte Berenberg-Experte Christian Schulz. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte sich jedoch trotz des Gegenwinds über der Marke von 1,32 US-Dollar behaupten. Zuletzt wurde sie mit 1,3212 Dollar gehandelt, nachdem sie am Vormittag zwischenzeitlich bis auf 1,3263 Dollar gestiegen war.

Die von der EU-Kommission veröffentlichten Indikatoren ESI und BCI zum Wirtschaftsvertrauen und Geschäftsklima in der Eurozone hatten unerwartet deutlich nachgegeben. Die Analysten-Einschätzungen zu den Daten fielen allerdings gemischt aus. Die Commerzbank sieht mittlerweile auch die Kernländer im Währungsraum im konjunkturellen Würgegriff der Schuldenkrise. Für die Postbank sind die schwachen Werte dagegen lediglich eine "Momentaufnahme". Berenberg-Ökonom Schulz liest aus den Daten, dass Italien und Spanien aufgrund der fiskalischen Einschnitte vor einer "schwierigen Phase" stehen.

Zuvor hatten die Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke vom Vorabend am Devisenmarkt nachgewirkt. Bernanke hatte am Mittwoch wie erwartet keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen ergriffen, sich die Tür für eine weitere Lockerung aber offen gehalten. Zudem senkte die Fed ihren Wachstumsausblick für 2014 und 2014. In Kombination mit den zuletzt eher enttäuschenden US-Konjunkturdaten war der Dollar zwischenzeitlich etwas belastet worden.

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