10. September 2012

AIG wieder eigenständig: Staat hält nur noch 22 Prozent

New York/Washington (dpa) - Mit einem weiteren Verkauf von AIG-Aktien nähert sich die dramatischste und teuerste Rettungsaktion der Finanzkrise ihrem Ende.

AIG
AIG war einst Primus unter den Versicherern. Fehlspekulationen auf dem US-Häusermarkt brachten den Konzern jedoch an den Rand des Ruins. Foto: Justin Lane
dpa

In der Nacht zu Dienstag konnte der Staat seinen Anteil an dem Allianz-Konkurrenten von 53 Prozent auf 22 Prozent senken und hält damit erstmals seit der Finanzkrise nicht mehr die Mehrheit an dem Konzern. Der aktuelle Verkauf von knapp 554 Millionen Aktien spülte dem Staat 18 Milliarden Dollar in die Kasse. Damit haben die USA mit der Rettungsaktion nun Geld verdient.

Es ist bereits das fünfte Mal, dass die Regierung AIG-Anteile am Markt platziert hat. Der Anteil sank so von anfangs 92 Prozent auf jetzt unter ein Viertel. In den vier Verkäufen davor hatten die USA rund 22 Milliarden Dollar eingenommen. Dazu kommen noch Erlöse, die der Versicherer aus Verkäufen von Sparten an die Regierung weitergegeben hat. Zudem hält der Staat weiterhin 317 Millionen Aktien, die derzeit am Markt mit etwas mehr als zehn Milliarden Dollar bewertet werden.

Die Regierung hatte AIG in der Finanzkrise mit insgesamt 182 Milliarden Dollar, bestehend aus Garantien und Kapitalhilfen, vor dem Untergang bewahrt. Mit dem aktuellen Verkauf senkte der Staat die Hilfen auf rund sechs Milliarden Dollar. Die Gewinne durch die Aktienplatzierungen, Einnahmen aus Spartenverkäufen, Zinsen und Gebühren summieren sich nach Angaben der Regierung jetzt auf 12 Milliarden Dollar. Dazu kommt noch der Anteil an AIG.

«AIG erst zu stabilisieren, dann umzubauen und dabei noch einen deutlichen Gewinn für die Steuerzahler zu erzielen, ist ein großartige Leistung», teilte Finanzminister Timothy Geithner nach der Platzierung mit.

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