22. Juli 2013

Amazon-Mitarbeiter streiken erneut für Tarifvertrag

Bad Hersfeld (dpa) - Im Tarifstreit beim Internet-Versandhändler Amazon macht die Gewerkschaft weiter Druck.

Streik Amazon
Streikende Amazon-Beschäftigte in Bad Hersfeld. Foto: Uwe Zucchi/Archivbild
dpa

Die Beschäftigten am bundesweit größten Standort im osthessischen Bad Hersfeld haben erneut die Arbeit niedergelegt. Rund 500 Mitarbeiter hätten sich am Montag an dem erneuten ganztägigen Ausstand in dem festgefahrenen Tarifkonflikt beteiligt, sagte Verdi-Sprecherin Mechthild Middeke.

Nach Angaben von Amazon seien hingegen weniger als 260 Mitarbeiter nicht zur Frühschicht erschienen. Die Mehrheit der Beschäftigten hätten regulär gearbeitet.

«Daher kam es zu keinerlei Auswirkungen auf den Versand an Kunden», sagte eine Sprecherin des Unternehmens in München. In Bad Hersfeld sind mehr als 3300 Mitarbeiter für den weltgrößten Onlineversandhändler tätig.

Verdi fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das Unternehmen will sich dagegen an der Bezahlung in der Logistikbranche orientieren.

«Die Geschäftsführung sollte endlich begreifen, dass es den Beschäftigten von Amazon ernst ist mit der Forderung», sagte Middeke. Ein Tarifvertrag würde für die Betroffenen beständig höhere Löhne sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld bringen.

Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig ergänzte: Der heutige neunte Streiktag bei Amazon in Bad Hersfeld verdeutliche, dass es erst Ruhe geben werde, wenn Amazon auf die Forderung nach einem Tarifvertrag eingehe. Amazon hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9000 Mitarbeiter. Ein neuntes Logistikzentrum soll 2013 im brandenburgischen Brieselang entstehen.

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