01. März 2013

Bertelsmann übernimmt Musikrechteunternehmen BMG komplett

Gütersloh/Berlin (dpa) - Der Medienriese Bertelsmann übernimmt das weltweit viertgrößte Musikrechteunternehmen BMG komplett. Das teilte der Gütersloher Konzern mit.

Bertelsmann
Das Hauptverwaltungsgebäude der Bertelsmann AG in Gütersloh. Foto: Bernd Thissen/Archiv
dpa

Bisher war der Finanzinvestor KKR mit 51 Prozent Mehrheitspartner, Bertelsmann hielt 49 Prozent. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. «Wir holen die Musik zurück in den Konzern», sagte der Bertelsmann- Vorstandsvorsitzende, Thomas Rabe.

Bertelsmann bezifferte den Wert von BMG mit 1,1 Milliarden Euro. Aus Konzernkreisen hieß es, Bertelsmann habe für den Kauf des 51-Prozentanteils einen «niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag» gezahlt. Außerdem würden Schulden im mittleren dreistelligen Millionenbereich übernommen. Branchenkenner gehen von einem Kaufpreis von 700 bis 800 Millionen Euro einschließlich Schuldenübernahme aus.

«Wenige Jahre nach unserem Ausstieg aus dem traditionellen Musikgeschäft ist es uns im Verbund mit KKR gelungen, das weltweit viertgrößte Musikrechteunternehmen aufzubauen», sagte Rabe. Nicht zuletzt darum benötigt das Geschäft eine kartellrechtliche Genehmigung. Mit einer Entscheidung werde noch im ersten Halbjahr gerechnet, hieß es.

Rabe, seit Anfang 2012 an der Vorstandsspitze, hat Bertelsmann einen Wachstumskurs verordnet. Das nötige Kapital will sich Rabe unter anderem aus einem Verkauf von rund 17 Prozent der Aktien der RTL Group beschaffen. Das Paket wäre rund 1,9 Milliarden Euro wert. Zudem zahlt die RTL Group zum 7. März eine Dividende von 1,6 Milliarden Euro aus. Bertelsmann hält gut 92 Prozent der Aktien.

BMG verwaltet mehr als eine Million Songrechte, darunter Werke von Künstlern wie Bruno Mars, Gossip, Johnny Cash oder Will.i.am. Mit den umfassenderen Masterrechten (Komposition und Aufnahme) lassen sich Künstler wie Brian Ferry, Nena oder Anastacia durch BMG vertreten. So treibt BMG in den acht wichtigesten Musikmärkten für seine Künstler die Tantiemen ein. BMG arbeite operativ profitabel, betonte Geschäftsführer Hartwig Masuch. Der BMG-Umsatz wird auf 300 Millionen Euro geschätzt.

Um einen Anteilsrückkauf im Umfang von 4,5 Milliarden Euro teilweise zu finanzieren, hatte Bertelsmann 2006 den BMG Musikverlag für 1,6 Milliarden Euro verkauft. 2008 trennte sich Bertelsmann auch von seinem 50-Prozent-Anteil an dem 2004 gegründeten Musikunternehmen Sony BMG.

Bertelsmann behielt damals allerdings die Rechte an den Aufnahmen von rund 200 vor allem europäischen Künstlern. Für die Vermarktung wurde das Unternehmen BMG (Bertelsmann Music Group) in Berlin angesiedelt. 2009 kam der Investor KKR mit an Bord. Thomas Hesse, im Bertelsmann-Vorstand zuständig für BMG, betonte: «Wir werden dieses Geschäft langfristig betreiben und tatkräftig ausbauen.»

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