14. Mai 2012

Celesio schreibt rote Zahlen

Stuttgart (dpa) - Der kränkelnde Pharmagroßhändler Celesio ist mit seinem breit angelegten Umbau in die roten Zahlen gerauscht.

Pharma-Großhändler Celesio
Außenaufnahme der Zentrale des Pharmahändlers Celesio in Stuttgart-Münster. Foto: Marijan Murat/Archiv
dpa

Vor allem hohe Abschreibungen auf die kürzlich zum Verkauf gestellte Personaldienstleister-Tochter Pharmexx zogen den MDax-Konzern im ersten Quartal 2012 unter dem Strich in die Verlustzone, wie Celesio am Montag in Stuttgart mitteilte. Das Minus nach Minderheiten habe in den ersten drei Monaten des Jahres 5,4 Millionen Euro betragen.

Die Nummer zwei der deutschen Pharmalogistik hatte vor einem Jahr zum Auftaktquartal noch 53,3 Millionen Euro Überschuss ausgewiesen. Das Unternehmen müht sich derzeit neben Pharmexx auch um den Verkauf seiner Tochterfirmen Movianto - eine Vorstufe des Großhandels - und DocMorris, die umstrittene Internet-Versandapotheke.

Kauf und Integration dieser drei Unternehmensteile waren teuer und Celesio muss ihren Wert inzwischen deutlich niedriger ansetzen - daher das Minus. Bereinigt um diese Wertkorrekturen weist der Konzern einen Gewinn aus, der ungefähr auf Höhe der 50 Millionen Euro des Vorjahres liegt.

Diesen positiven Trend aus dem operativen Kerngeschäft, das Celesio ausbauen will, wertet Unternehmenschef Markus Pinger daher auch als Zeichen für den richtigen Weg seines Umbaus: «Wir werden diese Neuausrichtung konsequent Schritt für Schritt abarbeiten.» Der Konzern will sich ganz auf seine Erfahrung als Arzneilieferant konzentrieren. Zudem baut Celesio sein Geschäft mit in Eigenregie betriebenen Apotheken aus.

Die Kehrtwende will Pinger neben dem Verkauf der ungewollten Töchter auch mit Einsparungen beim Personal erreichen - etwa in den Verwaltungen. Es gebe aber kein groß angelegtes Streichprogramm. Umgerechnet in Vollzeitstellen zählte Celesio Ende März nur noch 35 048 Mitarbeiter - ein Jahr zuvor waren es noch rund 1400 Stellen mehr gewesen.

Ein Sprecher erklärte diesen Rückgang mit bereits erfolgten Teilveräußerungen in den gänzlich zum Verkauf stehenden Konzernteilen, etwa in Frankreich. Werden sie wie geplant veräußert, hätte die Celesio-Gruppe etwa 5600 Jobs weniger. Rechnet der Konzern schon heute ohne die zum Verkauf gestellten Töchter, kommt er auf 29 438 Vollzeitstellen, was auf Jahressicht 175 mehr seien. Als Zielgröße für Ende 2012 nennt Celesio rund 29 000 Vollzeitkräfte.

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