05. September 2014

Daimler weitet Pkw-Produktion in US-Werk aus

Stuttgart/Tuscaloosa (dpa) - Die USA sind Daimlers wichtigster Einzelmarkt im Pkw-Geschäft. Doch bislang ringen die Schwaben mit BMW um den ersten Platz unter den deutschen Oberklasseherstellern. Um das zu ändern, weitet der Autohersteller nun seine Produktion in Alabama aus.

Produktion von Mercdes-Benz
Arbeiter in der Fertigungshalle des deutschen Automobilherstellers Mercedes-Benz in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama. Foto: Mercedes-Benz
dpa

Der Autohersteller Daimler stockt seine Produktion im wichtigen US-Markt auf. «Mit der C-Klasse bauen wir unsere Kapazitäten im Mercedes-Benz Werk Tuscaloosa aus», sagte Mercedes-Produktionschef Markus Schäfer. Vom kommenden Jahr an soll in dem Werk im Bundesstaat Alabama außerdem ein zusätzliches Geländewagen-Modell gefertigt werden.

Konkrete Zahlen nannte Schäfer nicht. 2013 liefen in Tuscaloosa rund 185 000 Fahrzeuge vom Band. Für die Stuttgarter ist Nordamerika als Wachstumsmarkt besonders wichtig. Die USA waren 2013 mit 312 534 verkauften Autos Daimlers größter Einzelmarkt weltweit. Im Gegensatz zum Hoffnungsträger China, wo Daimler sich noch bemüht, zu den Konkurrenten BMW und Audi aufzuschließen, rang der Autobauer im US-Geschäft zuletzt mit BMW um den Spitzenplatz unter den deutschen Oberklasseherstellern.

In diesem Jahr rechne Daimler mit einem Marktwachstum um rund fünf Prozent auf 16,4 Millionen Einheiten, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. «Wir erwarten, dass sich der Premiummarkt weiter stärker als der Gesamtmarkt entwickelt.» An dieser Entwicklung wolle Daimler überproportional teilhaben, so Zetsche.

Von Januar bis August 2014 verbuchte der Autohersteller in den USA ein Absatzplus von 8,2 Prozent auf 205 894. Gut ein Fünftel der Verkäufe - etwa 44 000 Fahrzeuge - entfiel auf die R-, M- und GL-Klasse, die Daimler auch in Tuscaloosa fertigt. Seit Juni rollt dort auch die neue C-Klasse vom Band, die seit gut zwei Wochen in den USA verkauft wird.

Die Fertigung vor Ort birgt Vorteile für die Autohersteller: Nicht nur werden die Lieferwege kürzer. Daimler kann auch Währungsschwankungen ausgleichen, in dem dort verdientes Geld vor Ort ausgegeben wird. Seit 1993 hat Daimler mehr als vier Milliarden US-Dollar in den Standort Tuscaloosa gesteckt. Auf die aktuelle Erweiterungsphase in den Jahren 2010 bis 2015 entfallen 2,4 Milliarden Euro. Damit seien dort 3400 Jobs geschaffen worden, so Zetsche. Daimler hat an dem Standort zwei Fertigungshallen: Eine für die C-Klasse und eine für die übrigen Modelle, dort soll einer Sprecherin zufolge auch der neue Geländewagen gebaut werden. Das Konzept für das neue Modell hatte Daimler im April in Peking gezeigt.

Nicht nur die Stuttgarter investieren derzeit kräftig in den USA. Volkswagen hatte erst Mitte Juli angekündigt, sein bisher einziges Werk in den USA in Chattanooga bis Ende 2016 kräftig auszubauen. Die Wirtschaftsberatung PwC rechnet für 2014 mit einer Ausweitung der Fertigung deutscher Autobauer in den USA um 11,6 Prozent. Um den Markt in Nordamerika besser zu bedienen, investieren die Hersteller zudem in Mexiko. Die VW-Tochter Auto plant ein Werk für den Geländewagen Q5. BMW und Daimler kündigten erst vor wenigen Monaten Milliardeninvestitionen an.

Daimler Standort Tuscaloosa

Studie PwC zur Produktion in den USA

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