04. März 2013

Deutsche Autokonjunktur bleibt auf Talfahrt

Flensburg/Genf (dpa) - Der deutsche Automarkt bleibt auf Talfahrt. Im Februar wurden mit knapp 200 700 fabrikneuen Autos 10,5 Prozent weniger zugelassen als im entsprechenden Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Montag in Flensburg mitteilte.

Opel-Werk
Europas Pkw-Absatzkrise wird einer Studie zufolge auch 2013 weitergehen. Foto: Caroline Seidel dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Immerhin: Im Vergleich zum schwachen Januar stiegen die Zulassungen um 4,5 Prozent. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht die europäischen Hersteller auf einem «langen, steinigen Weg», wie Verbandschef Matthias Wissmann am Montag in Genf sagte.

«Über die derzeit schwierige Lage in unseren europäischen Nachbarländern sind wir alles andere als glücklich», sagte Wissmann und appellierte vor dem Start des Genfer Autosalons an Krisenländer wie Spanien oder Italien, durch Reformen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Mittelfristig werde sich der Markt sicher erholen.

Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht angesichts der schlechten Zahlen wenig Grund für Zuversicht. Das Minus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr in den ersten beiden Monaten 2012 bestätige die Prognose des Kfz-Gewerbes, dass sich die Entwicklung unterhalb des Vorjahresniveaus bewegen werde, sagte ein Sprecher am Montag in Bonn. Der ZDK erwarte weniger als drei Millionen Neuzulassungen nach 3,08 Millionen im Vorjahr. Schon 2012 war der Inlandsmarkt um 2,9 Prozent geschrumpft.

Im Jahresvergleich lagen unter den deutschen Marken nur Smart (+1,2 Prozent) und Mini (+5,9 Prozent) im Plus. Mit minus 21 Prozent musste Opel die höchsten Einbußen verkraften - trotz neuer Hoffnungsträger wie dem SUV Mokka oder dem City-Flitzer Adam. Auch der ebenfalls in Europa kriselnde Konkurrent Ford (-19 Prozent) ließ kräftig Federn. Die Marke Volkswagen verlor fast 15 Prozent, Porsche 12, Mercedes 9 und Audi 5 Prozent. Der BMW-Absatz lag mit minus 0,5 Prozent hingegen nur leicht unter Vorjahresniveau.

Wie der Importeursverband VDIK betonte, fiel der Februar deutlich schwächer aus als zur Jahreswende erwartet. Allerdings hätten sich die Importmarken mit minus 8,3 Prozent besser geschlagen als die deutschen Wettbewerber, sagte VDIK-Präsident Volker Lange in Bad Homburg. Renault konnte seinen Absatz sogar um 3,4 Prozent steigern, Fiat verlor mit 6,5 Prozent unterdurchschnittlich. Tief im Minus stecken hingegen weiter die Schwestermarken Citroën (-15 Prozent) und Peugeot (-41 Prozent).

Deutschen Herstellern drückte die Schwäche des europäischen Automarkts entsprechend auch auf den Export. Nach VDA-Angaben fielen die Pkw-Exporte im Februar um 10 Prozent auf 358 200 Fahrzeuge. Die Unternehmen fuhren ihre Produktion um 8 Prozent auf 466 100 Autos zurück. Insgesamt erwartet der VDA für die deutschen Autobauer 2013 ein Exportvolumen von knapp 4,2 Millionen Fahrzeugen. Das würde in etwa dem Niveau des Vorjahres entsprechen.

Trotz der aktuellen Absatzschwäche auch in Deutschland bleibt der Verband jedoch bei seiner Prognose von rund drei Millionen Pkw-Neuzulassungen im Inland. Deutsche Hersteller profitieren Wissmann zufolge von ihrer globalen Aufstellung. Für 2013 erwartet er bei der Produktion im Inland daher ebenfalls eine Größenordnung ähnlich des Vorjahrs. 2012 hatte die Inlandsproduktion bei 5,4 Millionen Neuwagen gelegen.

KBA Mitteilung

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