16. April 2014

Deutsche Bank hört Kritiker der Agrarspekulation an

Frankfurt/Main (dpa) - Bei ihren umstrittenen Lebensmittelgeschäften ist die Deutsche Bank einen ersten Schritt auf ihre Kritiker zugegangen. Hinter verschlossen Türen traf sich Co-Chef Jürgen Fitschen mit Experten, darunter Kritiker von Foodwatch und der Welthungerhilfe sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Protest in Frankfurt
Demonstranten protestieren am 15.10.2013 vor der Deutschen Bank gegen Lebensmittelspekulation. Foto: Boris Roessler/Arcnhiv
dpa

Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Teilnehmerkreisen erfuhr, appellierten mehrere Anwesende eindringlich an Fitschen, sich aus dem Geschäftsfeld zurückzuziehen. Sie hätten dem Co-Chef in «deutlichen Worten» ihre Positionen vorgetragen, hieß es. Weil Vertraulichkeit vereinbart worden war, wurden zunächst keine genauen Inhalte bekannt.

Mit Lebensmittel-Spekulationen sind in erster Linie Finanzprodukte von Banken gemeint, mit denen Anleger Wetten auf die Preisentwicklung bei Getreide wie Mais oder Weizen abschließen können. Ursprünglich dienten solche Warentermingeschäfte der Absicherung von Bauern gegen wetterbedingt schlechte Ernten. Kritiker halten den Finanzinstituten aber vor, dass es sich inzwischen vor allem um spekulative Geschäfte handele, die den Preis für Nahrungsmittel auf Kosten von armen und hungernden Menschen in Entwicklungsländern in die Höhe trieben. Befürworter betonen die Bedeutung der Geschäfte zur Preissicherung.

Im Gegensatz zu Instituten wie der Commerzbank, der Dekabank und der DZ Bank lehnte es die Deutsche Bank bislang ab, auf die umstrittenen Geschäfte zu verzichten. Fitschen hatte argumentiert, der Hunger könne nur abgestellt werden, wenn es gelinge, Kapital auf intelligente Weise in diese Bereiche zu lenken.

Deutsche Bank zu Agrarrohstoffen

Deutsche Bank zu Agrarrohstoffen II

Foodwatch zu Agrarspekulationen

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