09. April 2014

Deutsche Exporteure bleiben auf Kurs

Wiesbaden (dpa) - Deutschlands Exporteure bleiben auf Kurs. Vor allem dank der kräftig anziehenden Nachfrage aus Europa kletterten die deutschen Ausfuhren im Februar im Jahresvergleich um 4,6 Prozent auf 92,4 Milliarden Euro.

Export
Containerhafen in Duisburg: Experte sind nach wie vor Motor der deutschen Wirtchaft. Foto: Roland Weihrauch
dpa

Dies teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. «Der deutsche Außenhandel gewinnt abermals an Dynamik. Die Exporte steigen so schnell wie schon seit neun Monaten nicht mehr», sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton F. Börner.

Noch stärker stiegen allerdings die Einfuhren, die sich gegenüber Februar 2013 um 6,5 Prozent auf 76,1 Milliarden Euro erhöhten - und damit so stark wie seit Oktober 2011 nicht mehr. «Der steigende Inlandskonsum und die anziehenden Investitionen der Unternehmen befeuern die Importe», betonte Ökonom Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg.

Damit ging der Überschuss in der Handelsbilanz im Vorjahresvergleich um 0,5 Milliarden auf 16,3 Milliarden Euro zurück. Zuletzt hatte es immer wieder Kritik gegeben, Deutschland verursache wegen seiner vergleichsweise schwachen Binnennachfrage mit seinem Überschuss wirtschaftliche Ungleichgewichte in der Eurozone.

Im Monatsvergleich mussten die Exporteure allerdings einen Dämpfer hinnehmen: Die Ausfuhren sanken gegenüber Januar 2014 um 1,3 Prozent, bei den Importen meldete das Bundesamt einen Zuwachs um 0,4 Prozent.

Berenberg-Experte Schulz sieht die Exporteure dennoch auf Wachstumskurs: «Im Durchschnitt der ersten beiden Monate 2014 lagen die Ausfuhren um 1,1 Prozent über dem Niveau des Schlussquartals 2013. Wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt.» Die Erholung der Industrieländer werde die Turbulenzen in den Schwellenländern mehr als auffangen.

Maßgeblich angetrieben wurde der deutsche Außenhandel im Februar durch Geschäfte mit Ländern in der Europäischen Union (EU) - vor allem mit jenen, die wie Großbritannien oder Polen nicht der Eurozone angehören. In diese EU-Länder wurden Waren im Wert von 19,9 Milliarden Euro ausgeführt - ein Plus von 12,4 Prozent gegenüber dem Februar 2013. Die Einfuhren aus diesen Staaten stiegen um 10,4 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro.

Doch auch die Euro-Partnerländer kaufen wieder mehr Waren «Made in Germany»: Die Ausfuhren dorthin stiegen binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro. Die Einfuhren erhöhten sich deutlich stärker um 8,4 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro. Damit ist der Überschuss im Handel mit den Partnerländern auf 0,3 Milliarden Euro geschrumpft.

Die stabile Entwicklung der Einfuhren signalisiere, dass die Binnennachfrage im ersten Quartal sehr robust ausgefallen sein dürfte, kommentierte Johannes Mayr von der BayernLB: «Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass der Außenhandel im ersten Quartal einen leicht negativen Wachstumsbeitrag geliefert hat.»

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret hatte kürzlich betont, dass die meisten Euro-Krisenländern ihre Wettbewerbsfähigkeit in den vergangenen Jahren verbessert hätten: «Sämtliche Peripherieländer - mit Ausnahme Zyperns - werden den Prognosen zufolge dieses Jahr ein Exportwachstum verzeichnen.»

Für den Abbau der Ungleichgewichte sei Deutschland mitverantwortlich. Seit 2007 habe sich sein Leistungsbilanzüberschuss gegenüber den anderen Euroländern stetig verringert: «Da die Unternehmensinvestitionen in Deutschland den Prognosen zufolge in den Jahren 2014 und 2015 ansteigen werden, sollte sich der Abbau von Ungleichgewichten fortsetzen.»

Die Exporte in die sogenannten Drittländer stiegen um 1,8 Prozent, die Importe um 2,0 Prozent. «Dieses Monatsergebnis sollte jedoch nicht überbewertet werden, da hier zum einen klimatische Faktoren - wie der Rekordwinter in den USA-, zum anderen saisonale Effekte - wie das chinesische Neujahrsfest - die Statistik beeinflussen», erklärte BGA-Präsident Börner.

Der BGA hatte für 2014 ein Exportplus von drei Prozent vorhergesagt, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet sogar ein Exportplus von fünf Prozent.

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