19. Juni 2014

EU-Arbeitskommissar sieht «soziale Krise» in Europa

Luxemburg (dpa) - Obwohl die Wirtschaft in Europa sich erholt, will EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor keine Entwarnung geben.

Eurozone
Eine Frau bittet in Athen um Almosen. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone bleibt auf hohem Niveau. Foto: Maurizio Gambarini
dpa

«Angesichts von beinahe 26 Millionen Arbeitslosen müssen wir für den Moment schlussfolgern, dass die soziale Krise weitergeht», sagte Andor beim Treffen der europäischen Arbeits- und Sozialminister am Donnerstag in Luxemburg. Die Minister diskutierten dort unter anderem über die jährlichen Haushaltsempfehlungen der EU-Kommission, fassten dazu aber keine Beschlüsse.

Deutschland hatte die EU-Kommission bei der Vorstellung ihrer Empfehlungen Anfang Juni unter anderem Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt nahegelegt. Langzeitarbeitslose müssten schneller einen Job finden und die Kinderbetreuung besser werden. Zudem müsse die Inlandsnachfrage angekurbelt werden.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles blieb bei der Debatte zum Thema in Luxemburg vage. «Die Empfehlungen müssen ernst genommen werden», sagte sie.

Mit Blick auf Europa erklärte sie: «Die Arbeitslosigkeit und vor allem die Jugendarbeitslosigkeit ist nach wie vor sehr hoch und mit ihr die Gefahr von Armut und sozialer Ausgrenzung.» Nach jüngsten Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat sind rund 5,259 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ohne Arbeit.

Weitere Artikel aus diesem Ressort