16. April 2012

EZB-Mitglied Asmussen fordert mehr Mittel für den IWF

London (dpa) - EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hat mehr Mittel für den Internationalen Währungsfonds (IWF) gefordert. Europa habe bereits «seinen Teil geleistet», um die Weltwirtschaft gegen finanzielle Turbulenzen zu schützen.

Jörg Asmussen
Jörg Asmussen ist bei der Europäischen Zentralbank (EZB) für internationale Fragen zuständig. Foto: Stephanie Pilick
dpa

Das sagte Asmussen, der bei der Europäischen Zentralbank (EZB) für internationale Fragen zuständig ist, in einem Gespräch mit dem «Wall Street Journal» (Montag). Jetzt seien die anderen IWF-Anteilseigner gefordert.

Die USA und einige Schwellenländer hatten Europa zuletzt aufgefordert, mehr zur Lösung der Schuldenkrise zu tun. Ursprünglich hatte der IWF eine Kapitalerhöhung um 500 Milliarden Dollar angestrebt, jetzt stehen laut Presseberichten nur noch 400 Milliarden Dollar zur Diskussion. Eine weitere Aufstockung würden Länder in der gesamten Welt und nicht nur in der Eurozone schützen, sagte Asmussen. Das Schlimmste der Krise in der Eurozone sei offenbar vorbei. Insgesamt sei die Schulden- und Wirtschaftskrise in einigen Ländern aber noch nicht ausgestanden.

Asmussen sagte nicht, ob er eine Wiederaufnahme der Anleihenkäufe der EZB befürwortet. Das Anleihenkaufprogramm «existiert, nicht mehr und nicht weniger ist hierzu zu sagen», lautete sein knappes Statement zu dem Thema in dem Interview. Die Öffentlichkeit würde bei der Bewältigung der Schuldenkrise zu stark auf die EZB schauen. «Der Ball liegt im Feld der Regierungen, diese müssen handeln.»

Die Märkte würden im Fall Spaniens die Anstrengungen zum Umbau der Wirtschaft und der Konsolidierung der Finanzen zu wenig würdigen, kritisierte Asmussen. «Märkte können übertreiben.» Die Risikoaufschläge für die spanischen und italienischen Staatsanleihen waren in den vergangenen Wochen wieder merklich gestiegen. Europa sei weiterhin ein sicherer Ort für Investitionen, sagte Asmussen. Eine erneute Ansteckung der Märkte wie im vergangenen Herbst sei unwahrscheinlich.

WSJ-Interview

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