14. April 2014

Eskalation in Ost-Ukraine macht Anleger nervös

Kiew/Frankfurt (dpa) - Die weitere Zuspitzung in der Ost-Ukraine sorgt für Nervosität unter Investoren. Die europäischen Aktienmärkte reagierten am Montag zunächst mit Verlusten auf die jüngste Zuspitzung im Konflikt zwischen Russland und dem Westen.

Vertrauen in Gold
Seit Beginn des Jahres hat der Goldpreis um mehr als zehn Prozent zugelegt. Foto: Sven Hoppe
dpa

Anleger steuerten sicherer Häfen wie deutsche Bundesanleihen und Gold an. Am Devisenmarkt geriet der Euro unter Druck. Auch die Landeswährungen Russlands und der Ukraine gaben nach.

Prorussische Separatisten hatten ein Ultimatum der Regierung in Kiew verstreichen lassen, ohne zuvor besetzte Verwaltungsgebäude in der Ost-Ukraine zu räumen. Die USA werfen Russland vor, an der Besetzung der Häuser mit bewaffneten Kräften beteiligt zu sein, um die Lage zu destabilisieren - was die russische Regierung vehement dementiert.

Die Nachrichten aus der Ukraine setzten die deutschen Börsen zunächst unter Druck. Dank guter Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten aus den USA schaffte der Dax jedoch im Laufe des Handels den Sprung in die Gewinnzone. Zum Börsenschluss stand der deutsche Leitindex 0,26 Prozent höher bei 9339,17 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging mit etwa einem halben Prozent Plus aus dem Handel, und auch die nationalen Indizes in Paris und London legten leicht zu.

Den Goldpreis trieb die Zuspitzung in der Ostukraine dagegen auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Im Vergleich zum Freitag kletterte der Preis pro Feinunze (etwa 31,1 Gramm) um fast zehn Dollar bis auf 1329,57 US-Dollar. Deutsche Staatsanleihen, die am Finanzmarkt als Maß aller Dinge in Sachen Ausfallsicherheit gelten, profitierten ebenfalls von der Nervosität.

Am Devisenmarkt waren als sicher geltende Währungen wie der amerikanische Dollar und der japanische Yen gefragt. Der Euro fiel auf 1,3815 Dollar. Am Freitag hatte er zeitweise noch über der Marke von 1,39 Dollar notiert.

Am deutlichsten waren die Auswirkungen der Ukraine-Krise an den lokalen Finanzmärkten Osteuropas zu spüren. Die Kurse russischer Staatsanleihen fielen auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Ukrainische Papiere notierten so schwach wie zuletzt vor drei Wochen. Auch die Landeswährungen - der russische Rubel und die ukrainische Griwna - gaben nach.

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