30. Mai 2012

Euro fällt unter 1,24 Dollar: Hiobsbotschaften ohne Ende

Frankfurt/Main (dpa) - Eine Serie neuer Schreckensmeldungen hat den Euro am Mittwoch unter die Marke von 1,24 US-Dollar gedrückt und damit auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren.

EZB
Die EZB hatte reagiert und den europäischen Banken rund eine Billion Euro für die lange Laufzeit von drei Jahren geliehen. Foto: Uwe Anspach/Archiv
dpa

Düstere Konjunkturaussichten, Sorgen um Spaniens Banken, eine enttäuschende Anleiheauktion in Italien und das Dauerthema Griechenland - Investoren hatten genügend Gründe, sich zur Wochenmitte in die Defensive zu begeben. Im Nachmittagshandel fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2389 Dollar. Zuletzt wurde sie kaum erholt bei 1,2401 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2438 (Dienstag: 1,2523) Dollar fest.

Eine ganze Reihe von Hiobsbotschaften brachte den Euro am Vormittag unter Druck. Bereits am Morgen sorgte die Nachricht, dass Chinas Regierung keine weitere Ankurbelung der Wirtschaft plant, für sinkende Risikofreude unter Anlegern. Dazu kamen Medienberichte, denen zufolge das große Euro-Krisenland Spanien bei der Sanierung seines angeschlagenen Sparkassenriesen Bankia nicht vorankommt. «Die Eigendynamik der jüngsten Bankenkrisen scheint sich zu wiederholen», sagte Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann. Bei Bankia sei bereits von «problematischen Aktiva» in Höhe von 40 Milliarden Euro die Rede.

Die schlechten Nachrichten rissen bis zum Nachmittag nicht ab: Es folgten überraschend schwache Daten der EZB zur Geldmengenentwicklung und Kreditvergabe im Euroraum. Eine gefloppte Versteigerung italienischer Staatsanleihen und eine unerwartet kräftige Eintrübung des Wirtschaftsvertrauens und Geschäftsklimas im Währungsraum trieben die Nervosität am Devisenmarkt auf die Spitze. «Die enttäuschenden Resultate der italienischen Anleiheauktion dürften die Sorgen am Markt noch verstärken», sagte Händlerin Anita Paluch vom Brokerhaus Gekko Global Markets. Italien musste mehr als sechs Prozent Zinsen bieten, um sich für zehn Jahre frisches Geld zu besorgen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79775 (0,79940) britische Pfund, 98,38 (99,64) japanische Yen und 1,2010 (1,2015) Schweizer Franken fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1540,00 (Vortag:1579,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39 350,00 Euro (39 660,00 Euro).

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