01. März 2013

«FR»-Gesellschafter versprechen: «Frankfurter Rundschau lebt weiter»

Frankfurt (dpa) - Für die «Frankfurter Rundschau» sind am Freitag neue Zeiten angebrochen: Nach der Übernahme des insolventen Traditionsblattes wandten sich die neuen Gesellschafter des äußerlich unveränderten Blattes «in eigener Sache» an die «FR»-Leser.

Neue Zeiten für «Frankfurter Rundschau»
Weil die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» investiert, erscheint die «Frankfurter Rundschau» weiter - an diesem Freitag zum ersten Mal. Foto: Nicolas Armer
dpa

«Die Frankfurter Rundschau lebt weiter!», betonte Hans Homrighausen, der Geschäftsführer der Frankfurter Societät GmbH, in der ersten «FR»-Ausgabe nach der Übernahme.

Er sagte zu, Artikel und Profil der bislang traditionell linksliberal orientierten «FR» sollten unangetastet bleiben - trotz des personellen Kahlschlags in der Redaktion, den Betriebsrat und Landespolitiker scharf kritisiert hatten.

Durch die Übernahme durch Societät und die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH haben die meisten der einst 450 Konzern-Beschäftigten der «FR» ihre Jobs verloren. Nur 28 Mitarbeiter werden übernommen, um als neue Stammredaktion in Frankfurt den regionalen Kern bilden.

Am vergangenen Mittwoch hatte das Bundeskartellamt die Übernahme der «FR» genehmigt. Bisherige Hauptgesellschafter waren die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) und die SPD-Medienholding ddvg. Auch die Berliner MDS-Redaktionsgemeinschaft, die nach zweijähriger Kooperation den Mantel der «FR» nur noch für die kommenden drei Monaten produzieren soll, baut wegen der Übernahme Stellen ab.

«Die Rundschau wird eine Zeitung mit regionalem Fundament und einer starken, besonderen politischen Ausprägung bleiben», schreibt Geschäftsführer Homrighausen weiter. Der Übergang in die neue Gesellschaft, die Frankfurter Rundschau GmbH, sei zwar «mit schmerzhaften Opfern» erkauft worden. «Aber wir wollen und müssen von Beginn an die Wirtschaftlichkeit der neuen Unternehmung sichern», begründete Homrighausen die Kündigungen für die Redaktion und die bisherige verlagseigene Druckerei.

Ziel der neuen Gesellschafter - neben Societät und «FAZ» auch die Karl Gerold Stiftung - ist es, Leserservice, Vertrieb, Anzeigenverkauf und Marketing künftig aus einer Hand zu steuern. Das schaffe Synergien und höhere Reichweiten beim Anzeigenverkauf, hieß es am Donnerstag nach der Vertragsunterzeichnung. In den kommenden drei Monaten will sich die Frankfurter Rundschau GmbH neu strukturieren, die deutlich verkleinerte Redaktion soll schrittweise wieder vergrößert werden.

PM FAZ zur Übernahme

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