12. Juni 2014

Frankreich setzt auf bessere Alstom-Angebote

München/Paris (dpa) - Die französische Regierung fordert im Übernahmepoker um Alstom von den Interessenten bessere Angebote. Es gebe aber «keine Präferenz» für einen der Bewerber, hieß es nach einem Treffen von Präsident Hollande, Premierminister Valls und Wirtschaftsminister Montebourg.

Hitachi
Die Japaner wollen offenbar ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, an dem sich Mitsubishi zu 65 Prozent und Hitachi zu 35 Prozent beteiligt. Foto: Soeren Stache/Archiv
dpa

Bisher liegt eine Offerte des US-Industrieriesen General Electric (GE) für Alstom auf dem Tisch. Siemens und der japanische Konzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI) wollen bis zum Montag entscheiden, ob sie ein gemeinsames Angebot für den französischen Konkurrenten vorlegen.

Zuvor hatte es einige Aufregung um einen dritten Beteiligten an den Plänen von Siemens und MHI gegeben. Der Chef der Energiesparte des Hitachi-Konzerns, Katsumi Nagasawa, hatte der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg in Tokio gesagt, das Vorhaben der beiden Unternehmen sei eine «gute Sache» für Hitachi.

Der Konzern wäre dem Vernehmen nach über ein Gemeinschaftsunternehmen an einem Deal zwischen Siemens und MHI beteiligt. MHI und Hitachi hatten nach langen Verhandlungen ihr Turbinengeschäft in eine gemeinsame Firma eingebracht, an der MHI 65 und Hitachi 35 Prozent hält.

Nach Medienberichten hat Siemens für den Fall eines gemeinsamen Angebots vor allem Interesse am Gasturbinen-Geschäft von Alstom, während MHI das Dampfturbinen-Geschäft der Franzosen im Auge hat. Letzteres dürfte dann in dem Gemeinschaftsunternehmen mit Hitachi landen. Damit wäre ein weiterer japanischer Konzern an dem Geschäft beteiligt. Zu den Details wollten sich allerdings alle beteiligten Unternehmen auf Nachfrage nicht äußern.

Nach dpa-Informationen wird am Sonntagabend der Aufsichtsrat von Siemens beraten und über ein mögliches Angebot entscheiden. Am Montag läuft die - bereits verlängerte - Frist aus, innerhalb derer Siemens eine Offerte für Teile von Alstom vorlegen sollte.

Die Münchner hatten in den vergangenen Wochen die Bücher von Alstom unter die Lupe genommen - und unter anderem vorgeschlagen, die eigene Zugsparte mit dem Bahngeschäft von Alstom zu einem neuen Unternehmen zusammenzulegen. Dieser Vorschlag dürfte von dem gemeinsamen Angebot mit MHI allerdings wohl nicht betroffen sein.

Siemens und MHI hatten am Mittwoch überraschend bekanntgegeben, dass sie ein gemeinsames Angebot für Teile von Alstom prüfen. Die Initiative dazu war von Siemens ausgegangen. Über Einzelheiten des Angebots hatten beide Seiten keine Angaben gemacht. «Ich begrüße die Bereitschaft von MHI, sich unseren Überlegungen anzuschließen», sagte Siemens-Chef Joe Kaeser.

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