02. Juni 2012

ICE-Achsentausch ab Herbst - Bahn kann Reserve erhöhen

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn rechnet im kommenden Winter mit einer leichten Entspannung beim Betrieb ihrer ICE-Flotte. Dann sollen nach Unternehmensplanung die ersten Fernzüge des Typs ICE 3 mit neuen Antriebsachsen ausgerüstet sein.

ICE-Achsen
Neue Radachsen für ICE-Züge auf dem Gelände des Instandhaltungswerkes der Deutschen Bahn AG in Krefeld. Foto: Roland Weihrauch
dpa

Die Fahrzeuge müssen dann seltener zur Kontrolle in die Werkstatt, dadurch erhöht sich die Zugreserve. Bahn-Technikvorstand Volker Kefer sagte der «Wirtschaftswoche»: «Wir sind sehr optimistisch, im dritten Quartal mit dem Austausch der Treibradsatzwellen beim ICE 3 starten zu können.» Die Bahn befinde sich derzeit «in konstruktiven Gesprächen mit dem Eisenbahn-Bundesamt», das die neuen Achsen zulassen muss.

Insgesamt werden bei 63 ICE 3 etwa 1200 Radsätze ausgetauscht. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen 10 der Hochgeschwindigkeitszüge umgerüstet sein. Für Anfang 2013 erwarte die Bahn zudem die Zulassung neuer Achsen für ihre 67 Neigetechnik-ICE (ICE T), sagte ein Bahnsprecher am Sonntag.

Die Tauschaktion wird voraussichtlich bis ins Jahr 2015 dauern. Mit den ICE-3-Herstellern Siemens und Bombardier hatte sich die Bahn bereits im Oktober 2009 auf den Ersatz der Achsen verständigt. Mit dem französischen Konzern Alstom folgte im Februar 2010 eine Einigung.

Die ICE-Achsen werden regelmäßig per Ultraschall auf Haarrisse überprüft. Im Juli 2008 war die Achse eines ICE 3 bei langsamer Fahrt gebrochen. Seitdem werden die Radsätze alle 30 000 Kilometer kontrolliert. Sobald die neuen Achsen eingebaut sind, ist das nur noch alle 240 000 Kilometer erforderlich.

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