17. Februar 2013

IG Metall will kräftige Lohnerhöhung in Metallindustrie

Frankfurt (dpa) - Die IG Metall will in der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie kräftige Lohnerhöhungen für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten erreichen. Die Forderung müsse über dem Verteilungsspielraum von 3 bis 3,5 Prozent liegen, sagte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel der «Berliner Zeitung».

Detlef Wetzel
Detlef Wetzel: «Wenn wir die wirtschaftliche Situation in Deutschland stabilisieren wollen, muss die Binnennachfrage gestärkt werden». Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv
dpa

«Wenn wir die wirtschaftliche Situation in Deutschland stabilisieren wollen, muss die Binnennachfrage gestärkt werden», sagte Wetzel. Das derzeitige Wachstum gründe sich vor allem auf den Export, dieser lasse sich aber nicht beliebig ausweiten. «Deswegen kommt auf diese 3,5 Prozent noch was drauf, damit die Konjunktur einen zusätzlichen Schub erhält.»

Genauere Angaben zur Höhe der Forderung machte Wetzel nicht. Darüber will der Gewerkschaftsvorstand am 15. März in Frankfurt abschließend entscheiden, zuvor legen die Tarifkommissionen ihre Vorschläge vor. Erste Verhandlungsrunden sind in den Bezirken in der zweiten Märzhälfte geplant.

Die 3 bis 3,5 Prozent stellen laut Wetzel den Spielraum dar, der sich aus Preisanstieg und Produktivitätszuwachs zusammensetzt. «Die Ziel-Inflationsrate der Europäischen Zentralbank beträgt zwei Prozent, die gesamtwirtschaftliche Produktivität erhöht sich mittelfristig um ein bis 1,5 Prozent», sagte Wetzel. «Damit haben wir drei bis 3,5 Prozent der Forderung berechnet.»

Vor den Gesprächen über einen neuen Haustarifvertrag beim Autobauer Volkswagen hatte sich nach Einschätzung der IG Metall zuletzt eine Forderung von bis zu 6 Prozent mehr Geld abgezeichnet. Auf die Frage, ob dies eine Orientierungsmarke für die Tarifforderung für die gesamte Metallbranche sei, sagte Wetzel: «Es ist immer eine Orientierung, wenn in großen Unternehmen die Forderung diskutiert wird. Unser Ziel ist dabei auch, dass der Abschluss relativ nah an der Forderung liegt.»

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