18. April 2012

Italien steckt noch tiefer in der Rezession

Rom (dpa) - Die Wirtschaft des kriselnden Eurolandes Italien rutscht noch tiefer in die Rezession. Die Regierung senkte ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr drastisch. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2012 voraussichtlich um 1,2 Prozent schrumpfen.

Mario Monti
Der Kampf von Ministerpräsident Mario Monti gegen die hohe Verschuldung des Landes gestaltet sich schwieriger als bisher erwartet. Foto: Ettore Ferrari
dpa

Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung aus Rom hervor. Bisher war die Regierung von einem Schrumpfen der Wirtschaft um 0,5 Prozent ausgegangen. Im kommenden Jahr rechnet die Regierung aber wieder mit einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent.

Zudem gestaltet sich der Kampf von Ministerpräsident Mario Monti gegen die hohe Verschuldung des Landes schwieriger als bisher erwartet. Laut der jüngsten Prognose wird 2013 ein Haushaltsdefizit von 0,5 Prozent erwartet. Zuvor hatte die Regierung für das kommende Jahr ein Defizit-Ziel von 0,1 Prozent anvisiert. Der Anteil der Gesamtverschuldung am Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden Jahr auf bis zu 120,3 Prozent steigen, hieß es weiter.

Die Verschuldung Italiens liegt damit doppelt so hoch wie die Schuldenobergrenze des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts von 60 Prozent. Vor allem die schwache Konjunkturentwicklung erschwert die Haushaltskonsolidierung.

Laut einem Pressebericht plant Italiens Regierung keine zusätzlichen Sparmaßnahmen für das laufende Jahr. Die Regierung diskutiere jedoch darüber, wie sie zusätzliche 17 Milliarden Euro einnehmen kann, um einen ausgeglichene Haushalt nach dem Jahr 2014 zu sichern, berichtet die Tageszeitung «Corriere della Sera» unter Berufung auf Vertreter der drei an der Regierung beteiligten Parteien.

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