08. April 2014

Japans Zentralbank hält an expansiver Geldpolitik fest

Tokio (dpa) - Die japanische Zentralbank hält unverändert an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Das beschlossen die Währungshüter am Dienstag, wie die Bank von Japan (BoJ) mitteilte.

Japanische Zentralbank
Japans Währungshüter setzen unbeirrt ihren Kurs einer ultralockeren Geldpolitik fort. Foto: Franck Robichon
dpa

Auch wenn es angesichts der jüngsten Verbrauchssteueranhebung Schwankungen gebe, sei für die japanische Wirtschaft weiter von einer moderaten Erholung auszugehen, erklärte Notenbankchef Haruhiko Kuroda. Zum 1. April waren die Verbrauchssteuern in Japan von 5 auf 8 Prozent erhöht worden.

Erstmals seit fünf Monaten wies die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im Februar bei Geschäften mit dem Ausland wieder einen Überschuss aus, wie die Regierung mitteilte. Dies verdankte Japan den Gewinnen aus Kapitalanlagen außerhalb des Landes. Diese machten das Defizit im Außenhandel, das aus den steigenden Kosten auf Energieimporte beruhte, wett. Das Plus in der Leistungsbilanz belief sich auf 612,7 Milliarden Yen (4,3 Mrd Euro).

Die Währungshüter sehen bis auf weiteres keine Notwendigkeit für eine weitere Öffnung der Geldschleusen. An eine weitere Lockerung werde derzeit nicht gedacht, wurde Kuroda nach zweitägigen Beratungen zitiert. Der Kauf von Wertpapieren zur Stützung der Wirtschaft wird im bisherigen Umfang fortgesetzt. Damit wird die BoJ weiter Papiere im Volumen von 60 bis 70 Billionen Yen pro Jahr erwerben.

Die Zentralbank hatte im April vergangenen Jahres beschlossen, die Geldbasis in den kommenden zwei Jahren zu verdoppeln. Damit soll die jahrelange Deflation mit fallenden Preisen überwunden werden. Ziel der Bank von Japan ist eine Inflationsrate von zwei Prozent bis zum Jahr 2015. Notenbankchef Kuroda zeigte sich gegenüber Journalisten zuversichtlich, dieses Ziel auch tatsächlich zu erreichen.

Weitere Artikel aus diesem Ressort