17. Juli 2013

Kreise: Förderung griechischer Wachstums-Bank geplant

Athen (dpa) - Berlin will sich angeblich mit rund 100 Millionen Euro am Kapital einer sogenannten Wachstums-Förderbank in Griechenland beteiligen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen.

Bundesfinanzminister Schäuble
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wird zu einem Kurzbesuch nach Athen reisen. Foto: Robert Schlesinger/ Archiv
dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wolle dies bei einem Kurzbesuch am Donnerstag in Athen bekanntgeben, hieß es.

Wie das «Handelsblatt» (Mittwoch) berichtet, will Schäuble den Griechen finanzielle Hilfe durch die staatliche KfW-Förderbank anbieten. Er werde den Griechen 100 Millionen Euro für den Aufbau eines Förderfonds für kleine und mittelständische Unternehmen zusagen, schreibt das «Handelsblatt» und beruft sich auf Finanzkreise. Für Beträge bis 100 Millionen Euro sei keine Genehmigung durch den Bundestag nötig, sagten diplomatische Kreise in Athen.

Ein entsprechendes Darlehen würde die KfW der «Institution for Growth» gewähren, heißt es in dem Bericht. Dieser neu gegründete Fonds könnte dann Kredite an Unternehmen vergeben. Die griechischen Banken sind derzeit nicht in der Lage, die Unternehmen des Landes mit ausreichend Krediten zu versorgen.

Die deutsche Förderbank soll den Fonds nicht alleine füllen. Auch die EU soll über ihre Strukturfonds Geld zur Verfügung stellen. Zudem ist eine Beteiligung der Europäischen Investitionsbank (EIB) geplant. Insgesamt könnte die «Institution for Growth» damit zunächst rund 500 Millionen Euro verwalten. Einige Details würden aber noch verhandelt, so das «Handelsblatt».

Schäuble will eine kurze Rede vor der griechisch-deutschen Handelskammer in Athen halten, sich mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras und seinem Amtskollegen Ioannis Stournaras treffen, berichtete die griechische Presse.

Wie es aus Kreisen des Finanzministeriums weiter hieß, wollen die Griechen auch die Meinung Schäubles zu einem anderen Thema hören. Griechenland wird allen Anzeichen nach 2014 nach dem Ende des aktuellen Hilfsprogramms weitere Hilfen brauchen. Die Griechen haben von den 50 Milliarden Euro Hilfen, die für die Rekapitalisierung ihrer Banken vorgesehen waren, nur 37 Milliarden genutzt. Athen ist der Ansicht, dass die restlichen 13 Milliarden als eine Art Sicherheitspolster verwendet werden könnten, falls Athen tatsächlich nächsten Frühling frisches Geld brauchen sollte. Dann wäre auch kein neues Hilfsprogramm nötig sein, berichteten übereinstimmend griechische Medien.

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