Im Auftrag von Eurowings
23. März 2018

Laudamotion-Jets starten im Sommer für Lufthansa-Tochter

Niki Lauda hat der Lufthansa den Ferienflieger Niki weggeschnappt und sich mit der Ryanair verbündet. Trotzdem geht er in diesem Sommer mit einem wesentlichen Teil seiner Flotte für die Lufthansa an den Start.

Niki Lauda
Die Gesellschaft des Ex-Rennfahrers Niki Lauda fliegt ab Sonntag mit acht A320-Jets im Auftrag von Eurowings. Foto: Herbert Pfarrhofer/APA
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Frankfurt/Main (dpa) - Unmittelbar vor Beginn des Sommerflugplans hat sich der Lufthansa-Konzern Flugkapazitäten der österreichischen Airline Laudamotion gesichert.

Die Gesellschaft des Ex-Rennfahrers Niki Lauda schickt ab Sonntag acht ihrer gerade erst angemieteten Airbus A320-Jets im Auftrag der Lufthansa-Tochter Eurowings in den Himmel. Die Vereinbarung gelte zunächst bis Ende Mai, teilten beide Seiten mit. Über eine Fortsetzung werde man in den kommenden Wochen verhandeln. Zuvor hatte das Fachblatt «fvw» über die Vereinbarung berichtet.

Die Abmachung sichert der Eurowings auf ihrem Wachstumskurs dringend benötigte Sitzplatz-Kapazitäten und lastet gleichzeitig die Lauda-Flugzeuge und Crews aus, die sonst hohe Kosten verursacht hätten. Die Lauda-Maschinen sollen laut «fvw» von Düsseldorf, Wien und Palma starten. Die Flüge erhalten Eurowings-Flugnummern und gehen auf das unternehmerische Risiko der Lufthansa-Tochter.

Laudamotion ist die Nachfolgegesellschaft der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki, die der Lufthansa-Konzern auf Druck der EU-Wettbewerbshüter selbst nicht übernehmen durfte. Lauda hatte die insolvente Airline zunächst für knapp 50 Millionen Euro alleine erworben, sich dann aber in dieser Woche überraschend mit dem Lufthansa-Rivalen Ryanair verbündet, der zunächst eine 24,9-Prozent-Minderheit übernahm. Die Iren wollen perspektivisch 75 Prozent an der Laudamotion übernehmen, die über attraktive Start- und Landerechte an deutschen Flughäfen verfügt. Andere Laudamotion-Flüge werden über die Condor vermarktet.

Kurioserweise gehören die nun von Lauda angemieteten Jets bereits dem Lufthansa-Konzern. Dieser hatte die Flugzeuge im Laufe der Air-Berlin-Pleite bereits vorab erworben und musste sie auf Druck der EU-Kommission zu marktüblichen Miet-Konditionen an die Niki-Nachfolgegesellschaft übergeben. Für den Betrieb werden die Jets dann samt Besatzungen von der Laudamotion zurückgemietet, die demnächst vom Erzrivalen Ryanair beherrscht werden wird.

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